Gesundheitspolitisches Tauziehen um den Bundes-Klinik-Atlas
Der Bundes-Klinik-Atlas, ein Vergleichsportal zur Beurteilung der Leistungen deutscher Krankenhäuser, steht im Zentrum einer hitzigen Debatte. Die SPD, vertreten durch ihren gesundheitspolitischen Sprecher im Bundestag, Christos Pantazis, spricht sich entschieden gegen eine Abschaffung des Atlasses aus. Die Partei setzt sich stattdessen für eine Weiterentwicklung des Portals ein, das ursprünglich für mehr Patientensouveränität konzipiert wurde, indem es Transparenz über die Durchführung und Qualität von Krankenhausoperationen schafft. Pantazis betont die Unabhängigkeit des Projekts und hebt es von bestehenden Initiativen der Deutschen Krankenhausgesellschaft ab.
Die neue Gesundheitsministerin Nina Warken von der CDU hat das von ihrem Vorgänger eingeführte Portal zur Überprüfung gestellt. Sie unterstreicht die Notwendigkeit der Effizienz und kritisiert Doppelstrukturen. Dieses Vorgehen stieß auf gemischte Reaktionen. Insbesondere macht die Krankenhausgesellschaft auf die hohe Akzeptanz ihres eigenen Verzeichnisses aufmerksam, das nach eigener Aussage aktueller und umfassender sei. Verbandschef Gerald Gaß sieht Potenzial zur Verbesserung und plädiert für eine Ergänzung des Portals durch einen Beirat, um dessen Unabhängigkeit sicherzustellen.
Der Bundes-Klinik-Atlas steht somit nicht nur im Spannungsfeld politischer Diskussionen, sondern auch im Wettbewerb mit bereits etablierten Systemen der Fachgesellschaften und der Länder. Ob und wie der Atlas weiterbestehen wird, bleibt abzuwarten.

