Gescheiterte Geschäfte: Ehemalige Manager der Greensill Bank unter Anklage
Die Turbulenzen rund um die Greensill Bank finden kein Ende. Nachdem die Bank im März 2021 Konkurs angemeldet hatte, geraten nun auch die ehemaligen Führungsriegen zunehmend in den Fokus der Justiz. Der Insolvenzverwalter Michael Frege hat beim Landgericht Bremen eine Klage gegen sieben frühere Manager eingereicht und fordert Entschädigungszahlungen in Höhe von über 92 Millionen Euro. Die Bestätigung des Vorgangs durch einen Gerichtssprecher erinnert daran, dass die finanziellen Verstrickungen längst nicht aufgelöst sind.
Aktuell befindet sich der Fall im sogenannten schriftlichen Vorverfahren. Das bedeutet, dass die Klageschrift den Beteiligten zugestellt wurde und die Parteien nun ihre Standpunkte schriftlich darlegen. Parallel arbeiten die Strafverfolgungsbehörden auf Hochdruck an der Aufklärung der Vorwürfe gegen die Angeklagten, zu denen Bankrott, Bilanzfälschung und Betrug zählen. Oberstaatsanwalt Frank Passade äußerte im Handelsblatt Optimismus, die Ermittlungen bald beenden zu können, idealerweise noch bis Ende des Jahres. Bisher haben sich die 13 beschuldigten Personen nicht zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen geäußert, und es bleibt unklar, ob es letztlich zu einem Strafverfahren kommen wird.
Die Greensill Bank hatte mit verführerisch hohen Zinssätzen auf Tages- und Festgeldanlagen Kunden angelockt, bevor sie im Frühjahr 2021 Insolvenz anmeldete. Während privates Kapital durch Einlagensicherungen geschützt war, mussten kommunale Anleger massive Verluste hinnehmen. Der Fall stellt ein weiteres düsteres Kapitel in der Geschichte des Bankensektors dar und bleibt ein Lehrstück über die Risiken verzerrter Finanzpraktiken.

