Geopolitische Spannungen beeinträchtigen Anlegerlaune: Dax unter Druck
Die kürzlichen Ankündigungen neuer US-Strafzölle auf Waren aus Deutschland und weiteren europäischen Ländern könnten kurzfristig die aktuelle Börsenbegeisterung dämpfen. Der Dax, der erst kürzlich ein Rekordhoch von 25.508 Punkten erreichte, fiel am Sonntagabend laut IG Markets unter die Marke von 25.000 Punkten. Experten hatten sich noch tags zuvor verhalten optimistisch über die Marktchancen in Deutschland geäußert.
Hinter diesen Entwicklungen steht der geopolitische Streit um Grönland. US-Präsident Donald Trump strebt die Eingliederung der dänischen Arktisinsel in die USA an und hat in diesem Zusammenhang Zölle gegen mehrere europäische Länder angekündigt. Diese Zölle, so Trump auf Truth Social, sollen bis zu einem endgültigen Abkommen gelten und ab Juni bis zu 25 Prozent betragen.
Zu Wochenbeginn wird sich möglicherweise die Präsenz ausländischer Investoren auf den deutschen Märkten reduzieren, da in den USA wegen des Martin Luther King Day kein Börsenhandel stattfindet. Ein verlängertes Wochenende birgt das Risiko marktrelevanter Überraschungen, die von den Märkten weniger geschätzt werden. Bislang spielten geopolitische Spannungen eine eher untergeordnete Rolle an der Börse, doch könnten sich diese nun stärker bemerkbar machen.
Trotz der hohen Marktbewertungen sieht Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg weitere Risiken wie etwa die künftige Rolle der US-Notenbank Fed oder die geopolitischen Bestrebungen von Präsident Trump. Die Anleger neigten jedoch dazu, diese Gefahren zu unterschätzen. In dieser Woche dürfte sich der Fokus der Investoren von Unternehmenszahlen hin zu politischen Entwicklungen verschieben, was auch am bevorstehenden Weltwirtschaftsforum in Davos zum Ausdruck kommen könnte.
In den USA wird im Lauf der Woche mit Quartalsergebnissen von Netflix, 3M und United Airlines gerechnet. Währenddessen gibt es in Deutschland noch nicht viele Unternehmensmeldungen. Konjunkturdaten, insbesondere die Einkaufsmanagerindizes am Freitag, könnten von besonderer Bedeutung sein. Die konjunkturelle Erholung ist noch nicht greifbar, wenngleich die gesunkenen Zinsen Hoffnung für eine Verbesserung im Jahr 2026 bieten. In der Zwischenzeit könnten die ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag erste positive Signale setzen.

