Gelockerte Inflationsängste in den USA: Ein Lichtblick für Märkte und Verbraucher
Die amerikanischen Verbraucher wirken zunehmend gelassen angesichts der sich abkühldenden Inflationsrate, wie aktuelle Daten des Verbraucherpreisindex für Mai nahelegen. Neben diesem positiven Signal zeigen auch jüngste Umfragen der New Yorker Fed, dass die Inflationserwartungen der Verbraucher erstmals in diesem Jahr rückläufig sind.
Die mittelfristige Inflationsprognose für das kommende Jahr fiel von 3,6% im April auf 3,2% im Mai. Auch die längerfristigen Erwartungen verzeichneten einen Rückgang: Für drei Jahre im Voraus sanken sie von 3,2% auf 3,0%, und die Erwartungen für fünf Jahre im Voraus fielen von 2,7% auf 2,6%.
Diese Umfrage könnte einen Wendepunkt in der Diskrepanz zwischen "weichen" und "harten" Wirtschaftsdaten markieren. Während die harten Daten, wie beispielsweise der Stellenbericht vom letzten Freitag, robust sind, haben die Stimmungsindikatoren wie das Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan zuletzt nachgegeben.
An der Wall Street jedoch herrscht Optimismus, da die Märkte im Mai Aufwind erhielten. Die verbesserten US-amerikanisch-chinesischen Handelsbeziehungen und die sinkende Inflationsrate trugen zur Erholung bei. Auch die Rezessionserwartungen sind gesunken — von 60% auf bis zu 30% bei einigen Prognostikern.
In Reaktion auf diese Entwicklungen haben Investmentstrategen, darunter Goldman Sachs, ihre Inflationsprognosen angepasst. Es wird angenommen, dass die Inflation lediglich einen temporären Anstieg erleben könnte, bevor sie im Jahr 2026 wieder abflaut.
Derweil sehen Experten wie Darrell Cronk von Wells Fargo eine positive Marktbeeinflussung durch das aufkeimende Verbrauchervertrauen voraus. Wenn sich das Konsumverhalten wie erwartet verbessert, könnte dies das Bruttoinlandsprodukt ankurbeln und eine Rezession abwenden helfen.

