Geiselnahme im Gaza-Krieg endet: 58 Geiseln freigelassen – weitere Freilassungen erwartet
Während der mehrtägigen Feuerpause im Gaza-Krieg sind insgesamt 58 Geiseln aus der Gewalt der Terrororganisation Hamas freigekommen. Die Freilassungen erfolgten im Rahmen einer von Katar vermittelten Vereinbarung über eine viertägige Feuerpause. Unter den freigelassenen Geiseln befinden sich 40 Israelis, darunter auch acht deutsche Doppelstaatsbürger und ein vierjähriges Mädchen mit US-Staatsangehörigkeit. Die Freude über die Freilassung wurde jedoch durch die Sorge um die weiterhin von der Hamas festgehaltenen Menschen getrübt. Es wird geschätzt, dass noch knapp 180 Geiseln in den Händen der Extremisten sind.
Am Samstag kam es zunächst zu Verzögerungen bei den Freilassungen, da die Hamas die Übergabe in letzter Minute gestoppt hatte. US-Präsident Joe Biden schaltete sich daraufhin persönlich ein und verhandelte mit dem Emir von Katar und dem katarischen Premierminister. Letztendlich lenkte die Hamas ein und die Geiseln wurden spätabends freigelassen.
Zusätzlich zu den freigelassenen Israelis wurden auch 18 Ausländer, darunter 14 thailändische, ein philippinischer Staatsbürger und ein Russe, freigelassen. Diese Freilassungen standen unabhängig von dem Geiseldeal zwischen der Hamas und Israel.
Im Rahmen der Vereinbarung ließ Israel eine größere Anzahl palästinensischer Häftlinge frei. Bereits am Freitag und Samstag wurden 39 Frauen und Minderjährige entlassen. Eine dritte Gruppe von Häftlingen sollte am Sonntagabend freikommen.
Die laufende Feuerpause soll mindestens vier Tage andauern und insgesamt 50 israelische Geiseln sollen freigelassen werden. Eine Verlängerung der Feuerpause auf bis zu zehn Tage und weitere Freilassungen sind möglicherweise noch möglich, wie Katar mitteilte.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu besuchte währenddessen erstmals seit Kriegsbeginn die Truppen im Gazastreifen. Er betonte die Anstrengungen, alle Geiseln zurückzubringen und den Widerstand gegen die Hamas fortzusetzen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundestagspräsidentin Bärbel Bas befanden sich ebenfalls zu einem Solidaritätsbesuch in Israel und bekundeten ihre Unterstützung.
Der Gaza-Krieg begann nach einem schweren Angriff von Terroristen aus dem Gazastreifen, bei dem mehr als 1200 Menschen getötet wurden. Infolgedessen wurden über 240 Geiseln nach Gaza verschleppt, darunter auch Deutsche. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und begann eine Blockade des Gazastreifens, gefolgt von einer Bodenoffensive. Die genauen Opferzahlen sind derzeit nicht unabhängig überprüfbar.
Erwartete Freilassungen am Montag: weitere Geiseln, die am 7. Oktober von den Islamisten verschleppt wurden. (eulerpool-AFX)

