Gefahr bei Hitzedom: Mangelnder Schutz für Senioren in Deutschland
Eine aktuelle Analyse der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hat aufgedeckt, dass ältere Menschen in Deutschland nicht ausreichend vor schweren Hitzewellen geschützt sind. Experten warnen davor, dass sogenannte Hitzedome, bei denen starke Hochdruckzonen für anhaltend hohe Temperaturen sorgen, zu Tausenden von Todesfällen führen könnten, wenn ausreichend Vorkehrungen fehlen. Besonders ältere Personen sind durch verminderte Temperaturregulation und eine schwächere Wahrnehmung von Durst gefährdeter.
Zusätzlich können Wechselwirkungen von Medikamenten sowie Vorerkrankungen und eingeschränkter Mobilität das Risiko erhöhen. Um die Situation zu entschärfen, fordert die DGG umfassende Anpassungen der bestehenden Hitzeaktionspläne, die auch extreme Wetterszenarien berücksichtigen. Notaufnahmen sollen auf die Behandlung von Hitzschlag vorbereitet werden, während Krisenstäbe eingerichtet werden sollten, die im Ernstfall schnell reagieren können.
Darüber hinaus plädiert die DGG für die Identifikation gefährdeter Personen durch gezielte Datenvergleiche zwischen Kranken- und Pflegekassen. Der Einsatz von mobilen Teams könnte dazu beitragen, diese Personen zu schützen. Zudem sollten gekühlte Räume in Stadtteilen zugänglich gemacht werden und der Einsatz von geschulten Laienkräften unterstützt werden.
Eine Urlaubssperre oder der Abbruch von Urlauben im Gesundheitswesen könnte ebenfalls Teil der Vorsichtsmaßnahmen sein. Experten kritisieren, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern, die bereits katastrophale Hitzewellen erlebt haben, in puncto Vorbereitung auf solche Extremereignisse hinterherhinkt.

