GDL fordert kräftiges Gehaltsplus für Eisenbahner: Tarifrunde ohne Provokationen?
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) geht in die neue Tarifrunde unter der Führung von Mario Reiß mit klaren und deutlichen Forderungen. Auf dem Wunschzettel stehen eine Gehaltssteigerung von acht Prozent und eine umfassende Überarbeitung der Tarifstrukturen. Ganz oben auf der Reform-Agenda: eine kräftige Anhebung der Ausbildungsvergütungen.
Um einen friedlichen Verhandlungsweg zu beschreiten, richtet sich die GDL zunächst mit ihren Forderungen an private Wettbewerber und nicht an die Deutsche Bahn. Für den bundeseigenen Konzern gilt bis Ende Dezember weiterhin der bestehende Tarifvertrag, zudem bewahrt die Friedenspflicht bis Ende Februar vor jeglichen Warnstreiks. Eine Konfrontation mit der DB ist also vorerst nicht zu erwarten.
Für den neuen GDL-Bundesvorsitzenden Mario Reiß ist es die erste große Bewährungsprobe als Nachfolger von Claus Weselsky. Der ehemalige Anführer galt vielerorts als provokant, doch Reiß hat sich bereits zu einer Teamstrategie bekannt. Mit geballter Verhandlungserfahrung tritt der neue Vorsitzende an, um die Gewerkschaft von ihrem bisherigen One-Man-Show-Image zu befreien. Doch wie genau sich diese neue Ausrichtung auf die Verhandlungen auswirken wird, bleibt spannend.

