Gaza-Aktivisten geben nicht auf

03. Juni 2010, 18:01 Uhr · Quelle: dpa
Istanbul (dpa) - Trotz des blutigen Militäreinsatzes gegen den internationalen Konvoi sollen schon bald neue Hilfsschiffe Kurs auf den Gazastreifen nehmen. Das kündigte die islamisch-türkische Hilfsorganisation IHH am Donnerstag an.

«Wir machen weiter, bis das Embargo aufgehoben ist», sagte der IHH-Vorsitzende Bülent Yildrim in Istanbul. Dort fand begleitet von Protesten am Donnerstag die Trauerfeier für acht der neun getöteten Gaza-Aktivisten statt.

Fast 500 der in Israel festgehaltenen Aktivisten - die meisten davon Türken - waren zuvor in die Türkei und nach Griechenland ausgeflogen worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte Israel auf, die Blockade des Palästinensergebiets sofort aufzuheben. Sie «ist kontraproduktiv, nicht nachhaltig und unrecht».

Türkische Flugzeuge brachten 466 der Freigelassenen - unter ihnen sechs Deutsche - nach Istanbul. An Bord waren auch die Leichen der neun bei dem Zwischenfall am Montag getöteten Männer. Bundesaußenminister Guido Westerwelle bestätigte die Freilassung der Deutschen. Fünf Bundesbürger hielten sich in Istanbul auf, sagte Westerwelle am Donnerstag. Der bei dem israelischen Einsatz gegen die Hilfsflotte verletzte Deutsche sei in ein Krankenhaus in Ankara gebracht worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich für eine transparente und unabhängige Untersuchung des Vorfalls aus. Daran sollten auch Vertreter des Nahost-Quartetts (EU, UN, Russland, USA) beteiligt sein, sagte Merkel nach einem Telefonat mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Dagegen sprach sich der israelische Außenminister Avigdor Lieberman gegen eine Mitwirkung des Auslandes aus. «Wir sind erwachsen genug, um damit selbst klarzukommen», sagte der ultra- rechte Minister.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte an, dass gegen die Verantwortlichen des israelischen Angriffs auf die Gaza-Hilfsflotte Strafanzeige gestellt werde. «Wir werden das nicht auf sich beruhen lassen», sagte Erdogan am Donnerstag. Die neun bei dem israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte getöteten Männer wurden inzwischen identifiziert. Acht von ihnen stammen aus der Türkei, einer ist türkischstämmiger US-Bürger.

Der schwedische Krimi- Autor Henning Mankell schilderte den Einsatz der israelischen Soldaten gegen die Gaza-Hilfsflotte als brutal und rücksichtslos. Die Soldaten seien «sehr aggressiv» gewesen, sagte Mankell am Donnerstag in Berlin.

Während die US-Regierung nach Angaben führender Beamter die Blockade des Gaza-Streifens als «unhaltbar» einschätzt, unterstrich US-Vizepräsident Joe Biden das Recht Israels, die Hilfsschiffe auf mögliche Waffen und andere unerlaubte Güter zu überprüfen. Schließlich befinde sich Israel «im Krieg» mit der radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas.

Begleitet von Zornesbekundungen nahmen in Istanbul unterdessen Angehörige und Freunde Abschied von acht getöteten Gaza-Aktivisten. Um die in türkische und palästinensische Fahnen gehüllten Särge versammelten sich am Donnerstag mehrere hundert Menschen in der Fatih-Moschee zu einer Trauerfeier. «Israel hat einen großen Fehler gemacht. Heute ist die ganze Türkei vereint», der IHH-Vorsitzende Yildrim.

Im Gazastreifen verweigerte die Hamas die Annahme der Güter, die Israel von den Schiffen der «Solidaritätsflotte» abgeladen und auf Lastwagen verfrachtet hatte. Mehrere Lastwagen mit Medikamenten, Nahrungsmitteln, Rollstühlen und Kinderspielzeug warteten am Donnerstag am Grenzübergang Kerem Schalom zwischen Israel und dem Palästinensergebiet auf Abfertigung. Derweil fuhren von Ägypten aus weiter Lastwagen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen, nachdem Präsident Husni Mubarak den seit 2007 geschlossenen Grenzübergang am vergangenen Dienstag für Hilfslieferungen öffnen ließ.

Israel kündigte an, den abgeschobenen Aktivisten in Kürze alle eingezogenen persönlichen Gegenstände zurückzugeben. Einige Freigelassene hatten berichtet, dass sie ohne Pässe, Geld und ihr Gepäck aus Israel abgeschoben worden seien. Der Sprecher des Außenministeriums, Jigal Palmor, sagte dazu: «Wenn du dich in eine Kriegszone begibst, musst du auf einige Risiken vorbereitet sein. Ich verstehe nicht, warum sie sich jetzt aufregen», sagte Palmor.

Konflikte / Gaza / Nahost / USA
03.06.2010 · 18:01 Uhr
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