Gaskraftwerke im Aufwind: Neue Backup-Lösungen für die Energiewende
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat die entscheidende Bedeutung neuer Gaskraftwerke hervorgehoben, um den deutschen Energiemarkt stabil zu halten. Laut der CDU-Politikerin ist es dringend erforderlich, schnell gesicherte Leistung in den Markt zu integrieren. Sie betont, dass der Einstieg in die Nutzung von Gaskraftwerken als Erstmaßnahme von hoher Priorität ist und die Bedingungen für Ausschreibungen vereinfacht werden sollen. Die Notwendigkeit von Gaskraftwerken als Reservekapazitäten ist nicht neu, aber aktueller denn je.
Ein späterer Übergang auf Wasserstoff erscheint sinnvoll, sofern ausreichend davon vorhanden ist. Reiche sieht realistisch, dass bis spätestens 2030 nicht genügend Wasserstoff produziert werden kann, um die geplanten 20 Gigawatt (GW) zu erreichen. Daher wird auf Gaskraftwerke gesetzt, andernfalls müssten Kohlekraftwerke länger betrieben werden. Dies steht im Einklang mit dem Konzept des früheren Wirtschaftsministers Robert Habeck, das die spätere Umrüstung auf Wasserstoff vorsieht.
Die geplanten Gaskraftwerke sollen in Zeiten so genannter 'Dunkelflauten' als Backups dienen, wenn erneuerbare Energien nicht ausreichen. Eine staatliche Förderung ist vorgesehen und könnte mit erheblichen Kosten einhergehen. Die Zustimmung der EU-Kommission steht noch aus. Reiche zeigte sich erleichtert über die Fortschritte auf europäischer Ebene und kündigte den Beginn der ersten Ausschreibung für Ende des Jahres an. Diese solle signifikante Mengen umfassen und möglichst schlank sowie kosteneffizient gestaltet werden.
Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sieht den Bau von bis zu 20 GW an Gaskraftwerksleistung bis 2030 vor. Im Juni hatte Reiche bereits einen ersten Ausschreibungsstart mit einem Volumen von fünf bis zehn Gigawatt angekündigt.

