Führungswechsel beim Siemens-Gesamtbetriebsrat: Tobias Bäumler übernimmt
Der Siemens-Gesamtbetriebsrat setzt mit einem Führungswechsel ein Zeichen für die Zukunft. Nach über einem Jahrzehnt an der Spitze tritt Birgit Steinborn zum Monatsende zurück und übergibt den Staffelstab an ihren bisherigen Stellvertreter Tobias Bäumler. Der erfahrene Betriebsrat am Standort Karlsruhe wurde einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Steinborn behält jedoch weiterhin ihre Rolle als stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats bei.
Während ihrer elfeinhalbjährigen Amtszeit manövrierte Steinborn den Betriebsrat durch zahlreiche Transformationen. Diese Phase umfasste bedeutende Ereignisse wie die Abspaltung von Siemens Energy und Siemens Healthineers sowie den fortwährenden Einsatz gegen Arbeitsplatzabbau. Besonders hervorzuheben ist eine jüngst vereinbarte Transformationsvereinbarung, die als Interessenabgleich im Kontext von Personalreduktionen in der Automatisierung dient. Steinborn betont die Wichtigkeit, das Zepter rechtzeitig an die nächste Generation weiterzugeben, bevor die bevorstehenden Betriebsratswahlen beginnen.
Tobias Bäumler, der neue Kopf des Gremiums, sieht in seiner neuen Rolle eine beträchtliche Herausforderung und verpflichtet sich, die Interessen der Arbeitnehmer weiterhin vehement zu vertreten. Unterstützung findet er bei seinem neuen Team, darunter Stefanie Lengfelder, die als stellvertretende Vorsitzende fungiert.
Jürgen Kerner von der IG Metall lobt das Führungsduo und betont deren Rolle in der Weiterentwicklung der Mitbestimmung innerhalb des Konzerns. Judith Wiese, Personalchefin bei Siemens, würdigte Steinborn ebenfalls für ihre engagierte und zielorientierte Arbeitsweise. Trotz häufig unterschiedlicher Positionen, so Wiese, haben beide stets das Wohl der Angestellten und des Unternehmens im Blick gehabt und dankt für den professionellen Dialog. Birgit Steinborn wird als eine sachliche, aber hartnäckige Verfechterin der Belegschaft in Erinnerung bleiben, die trotz turbulenter Zeiten nicht durch laute Protestaktionen, sondern durch substanzielle Argumente und Beharrlichkeit wirkte.

