Führungswechsel bei ZF: Neuer Kurs für den Automobilzulieferer?
Der Automobilzulieferer ZF, angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen schwer in Bedrängnis, hat einen Führungswechsel angekündigt. Der bisherige Vorstandsvorsitzende, Holger Klein, wird zum Monatsende sein Amt niederlegen. Die Trennung von Klein erfolgt im beiderseitigen Einvernehmen zum 30. September, wie der in Friedrichshafen ansässige Konzern bekanntgab. Mathias Miedreich, bislang Leiter der ZF-Antriebssparte 'E-Division', wird Kleins Nachfolge antreten. Der Aufsichtsrat entschied in einer außerordentlichen Sitzung über diese Personalie. Neben Klein verlässt auch Peter Laier, der Chef der Nutzfahrzeugsparte, das Unternehmen.
In den weniger als drei Jahren seiner Amtszeit kämpfte Klein mit den erheblichen Schulden des Konzerns und den Herausforderungen eines abgeschwächten Auftragseingangs. Trotz Einsparungen in Milliardenhöhe bleibt ZF weiterhin unter Druck. Klein räumte unlängst ein, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichend seien, um den Konzern stabil aufzustellen.
IG Metall Baden-Württemberg fordert von der neuen Führung unter Miedreich einen klaren Strategiewechsel, um ZF zukunftssicher zu machen. Die Arbeitnehmervertreter signalisieren Unterstützung, vorausgesetzt die Unternehmensstrategie rückt wieder Beschäftigte, Technologie und Kunden in den Fokus.
Aufsichtsratschef Rolf Breidenbach sieht in Kleins Arbeit die 'Grundlage für den Turnaround' gelegt. Mit Miedreich übernehme ein erfahrener Industrie-Insider die Führung. Seine Antriebssparte ist aktuell von Restrukturierungsbemühungen geprägt. ZF und die Arbeitnehmervertreter verhandeln bis zum Monatsende über die Zukunft dieser Sparte, die möglicherweise verkauft oder in Zusammenarbeit mit einem Partner geführt werden könnte.

