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FTX-Rückzahlungen starten 2025: Was Anleger jetzt wissen müssen

27. Dezember 2024, 12:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Nach einem der größten Betrugsskandale der Finanzwelt steht die einstige Krypto-Börse FTX kurz davor, Gläubiger und Anleger zu entschädigen. Doch die Milliardenrückzahlungen werfen Fragen auf: Wer bekommt wie viel – und wann?

Es war der spektakulärste Krypto-Kollaps der Geschichte: Die Insolvenz der Krypto-Börse FTX im Jahr 2022 hinterließ einen finanziellen Scherbenhaufen. Über 8,7 Milliarden US-Dollar Kundengelder wurden veruntreut, Tausende Anleger verloren ihre Einlagen.

Nun, drei Jahre später, soll die erste Rückzahlungsrunde Anfang 2025 starten. Doch wie viel Geld die Betroffenen tatsächlich zurückerhalten, bleibt unklar.

„Wir freuen uns, bekannt zu geben, dass wir Anfang 2025 mit der Verteilung der Erlöse beginnen werden,“ sagte John J. Ray III, der aktuelle FTX-CEO, in einem Statement. Bislang wurden Milliardenbeträge gesichert, doch der Prozess ist komplex und von rechtlichen Auseinandersetzungen geprägt.

Ein Drama in Zahlen

Die Rückzahlungen betreffen sowohl Privatanleger als auch institutionelle Gläubiger. Die sogenannte „Convenience Class“ – Kunden mit anerkannten Forderungen – soll als erstes entschädigt werden. Laut FTX soll die Auszahlung innerhalb von 60 Tagen nach Inkrafttreten des Sanierungsplans beginnen.

Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Ein US-Gericht ordnete 2024 an, dass FTX 12,7 Milliarden US-Dollar an Entschädigungen zahlen muss. Der Betrag setzt sich aus 8,7 Milliarden US-Dollar Rückerstattungen und 4 Milliarden US-Dollar für weitere Entschädigungsmaßnahmen zusammen.

Der ehemalige FTX-CEO steht im Mittelpunkt eines der größten Finanzskandale der Geschichte und wurde für die Veruntreuung von Kundengeldern verantwortlich gemacht.

„Das massive betrügerische Schema von Sam Bankman-Fried und seinen Mitstreitern hat unermesslichen Schaden angerichtet,“ heißt es im Urteil der Commodity Futures Trading Commission (CFTC).

Rechtliche Hürden und offene Fragen

Die Rückzahlungen sind jedoch nur ein Teil des Problems. Der Insolvenzprozess wird durch zahlreiche Klagen und Streitigkeiten belastet. Besonders strittig ist die Bewertung der Rückzahlungen.

Viele Gläubiger argumentieren, dass die ursprüngliche Berechnung auf den niedrigen Krypto-Kursen von 2022 basiert – weit unter den heutigen Werten. Das führte zu einer Welle von Klagen, die den Prozess weiter verzögern könnten.

Zudem versuchen die Insolvenzverwalter, zusätzliche Gelder von Unternehmen wie Binance, KuCoin und SkyBridge Capital zurückzuholen. „Es gibt noch erhebliche Vermögenswerte, die zurückgefordert werden müssen,“ sagt ein Insider. Doch auch hier drohen juristische Hindernisse, die den Zeitplan durcheinanderbringen könnten.

Die Rolle der Verteilungsagenten

Ein weiteres Nadelöhr ist die Logistik der Rückzahlungen. FTX hat spezialisierte Verteilungsagenten beauftragt, die für die weltweite Abwicklung zuständig sind. Kunden müssen bis zu einem festgelegten Stichtag verifizierte Konten einrichten und Steuerformulare einreichen, um ihre Rückzahlung zu erhalten.

Trotz geplanter Rückzahlungen bleiben viele Fragen offen. Die FTX-Insolvenz zeigt die Risiken eines unregulierten Krypto-Marktes – mit weitreichenden Folgen für Anleger.

„Es ist ein organisatorischer Kraftakt,“ sagt ein Branchenexperte. Jeder Fehler im Prozess könnte zu weiteren Verzögerungen führen. Bis Ende 2024 soll das genaue Datum für die erste Auszahlung festgelegt werden.

Ein langer Weg für die Anleger

Trotz der Fortschritte bleibt die Situation für die Betroffenen angespannt. Selbst wenn die Rückzahlungen wie geplant starten, könnten Jahre vergehen, bis alle Gläubiger entschädigt sind. Zudem bleibt fraglich, wie viel von den ursprünglichen Einlagen zurückerstattet werden kann.

„Für viele Anleger wird die Rückzahlung nicht annähernd die Verluste decken,“ so ein Insider.

Die FTX-Insolvenz ist nicht nur ein Beispiel für das Risiko des Krypto-Marktes, sondern auch für die strukturellen Schwächen in der Regulierung digitaler Vermögenswerte. Viele Experten fordern strengere Kontrollen, um ähnliche Skandale in Zukunft zu verhindern.

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 27.12.2024 · 12:00 Uhr
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