FTC verklagt Ticketmaster: Milliardenstrafen drohen
Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) hat zusammen mit sieben Bundesstaaten Klage gegen Live Nation Entertainment und die Tochtergesellschaft Ticketmaster eingereicht. Der Vorwurf: Die Unternehmen hätten nicht angemessen gegen den Einsatz automatisierter Ticket-Bots vorgegangen und erlaubten großangelegte Wiederverkaufsaktivitäten. Die Klage könnte für den Ticket-Giganten immense finanzielle Konsequenzen haben.
Laut der Verbraucherschutzbehörde habe Ticketmaster die eigenen Kaufbeschränkungen nicht durchgesetzt, wodurch Zwischenhändler große Mengen an Tickets für beliebte Veranstaltungen erwerben konnten. Ticketmaster soll durch die Resale-Aktivitäten selbst profitiert haben, wie die Klage am Donnerstag vor einem kalifornischen Bundesgericht aufzeigte. Die FTC beschuldigt das Unternehmen, systematisch die Umgehung von Ticketlimits durch Händler zu ignorieren, um finanzielle Vorteile zu ziehen.
FTC-Vorsitzender Andrew Ferguson äußerte auf CNBC, dass Ticketmaster die Anzahl verfügbarer Tickets falsch dargestellt und Kunden über die tatsächlichen Kosten getäuscht habe. Die Gebühren beim Ticketkauf und -wiederverkauf seien laut FTC zu hoch, was den Verbrauchern zu hohen Ausgaben veranlasst habe. Insgesamt habe Ticketmaster von 2019 bis 2024 etwa 11 Milliarden Dollar an Gebühren eingenommen.
Das Verhalten von Ticketmaster verstoße sowohl gegen das FTC-Gesetz als auch gegen den BOTS Act von 2016, der die Verwendung automatisierter Methoden zur Ticketbeschaffung einschränken soll. Im Falle eines negativen Urteils könnten die Strafen in Milliardenhöhe ausfallen.
Die Aktionäre reagierten bereits auf die Nachricht: Die Aktien von Live Nation fielen um 2,8 % auf 164,68 Dollar. Ein Unternehmenssprecher von Live Nation wollte sich nicht direkt dazu äußern.
Parallel dazu laufen weitere rechtliche Maßnahmen gegen das Unternehmen: Das Justizministerium und mehrere Generalstaatsanwälte streben eine Aufspaltung von Live Nation und Ticketmaster an. Ein entsprechender Prozess ist für März terminiert. Zudem gibt es eine laufende kartellrechtliche Untersuchung bezüglich der Zusammenarbeit mit Wettbewerbern während der Pandemie.

