Friseurbesuch in Deutschland wird zunehmend teurer
In Deutschland greifen Verbraucherinnen und Verbraucher für den Friseurbesuch immer tiefer in die Tasche. Die Preise für einen Haarschnitt sind laut Statistischem Bundesamt seit 2020 drastisch gestiegen: Frauen zahlen gut 28 Prozent mehr, während Männer und Kinder jeweils mit einem Anstieg von knapp 31 Prozent konfrontiert sind. Eine Umfrage des Friseur- und Kosmetikverbands NRW offenbart, dass Frauen im Schnitt rund 54 Euro für Waschen, Schneiden und Föhnen ausgeben, Männer etwa 33 Euro. Besonders kostspielig sind Strähnen und Färben geworden, wobei Barbershops in der Umfrage außen vor blieben.
Die gestiegenen Kosten lassen sich zum Großteil auf erhöhte Personalkosten, teurere Energie und Materialien sowie die allgemeine Inflation zurückführen. Wie der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Holger Stein, betont, fallen 55 bis 60 Prozent der Kosten auf Personal. Auch die anhaltende Herausforderung des Fachkräftemangels bleibt eine zentrale Problematik.
Trotz der Preisanstiege ist die wirtschaftliche Stimmung in der Branche gedrückt. Verbraucherinnen und Verbraucher sind preissensibler, was die Auslastung der Salons beeinträchtigt. Die jüngste Umsatzsteigerung ist vornehmlich auf Preiserhöhungen zurückzuführen. Prognosen zufolge werden die Gesamterlöse des Friseurhandwerks bis 2025 leicht sinken. Zudem hinterlässt die Corona-Pandemie weiterhin Spuren: Viele Friseurkundinnen und -kunden verzichten häufiger auf den Friseurbesuch. Der Erwerb von Haarschneidegeräten während der Pandemie befeuerte diesen Trend.
Des Weiteren stehen klassische Friseursalons vor der Herausforderung, sich gegen die wachsende Konkurrenz durch Barbershops zu behaupten. Diese bieten vor allem in Städten günstigere Haarschnitte an. Mike Engels vom Friseur- und Kosmetikverband NRW kritisiert hierbei die teils unzureichende Qualifikation in Barbershops. Überdies sieht sich die Branche mit rückläufigen Ausbildungszahlen konfrontiert, wenngleich es jüngst einen leichten Anstieg gab. Interessant ist der wachsende Anteil männlicher Fachkräfte: 2024 machten sie ein Drittel der Friseurauszubildenden aus.

