Frischer Wind im Atomstreit: Iran und USA nehmen indirekte Gesprächsfäden auf
Im Dauerbrenner um Irans Atomvorhaben zeichnet sich eine wendungsreiche Entwicklung ab: Eine neue Gesprächsrunde steht in den Startlöchern. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi wird sich am kommenden Samstag mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff zu indirekten Gesprächen im Golfstaat Oman treffen. Diese Regieanweisung übernahmen iranische Medien und wurde vom Außenministerium in Teheran bestätigt.
US-Präsident Donald Trump eröffnete das erneute Aktionsfeld und brachte die seit langer Zeit festgefahrene Diskussion erneut ins Rollen. Die diplomatischen Muskeln werden auf indirektem Weg gestählt, indem Botschaften über Mittelsmänner ausgetauscht werden – eine Strategie, die dem Iran angesichts der Verweigerung direkter Verhandlungen entgegenkommt.
Trumps neue Gesprächsrunde bringt nach den finsteren Monaten voller politischer Spannungen und militärischer Drohgebärden Hoffnungsschimmer zurück, besonders hinsichtlich der wirtschaftlichen Labilität des Irans. Ein mindestens willkommener Nebeneffekt der angekündigten Verhandlungen ist eine kurzfristige Erholung der iranischen Währung.
Der Rial holte im Sprint einen Zugewinn von fünf Prozent gegenüber dem Euro auf, nachdem er zuvor in einem belastenden Sinkflug war. Die düsteren Wolken aus Kriegsdrohungen und wirtschaftlichen Abschottungen hatten den Rial tief rot glänzen lassen, was Konsumenten und Käufer sowohl im Inland als auch im Ausland strapazierte.
Der einseitige Ausstieg der USA aus dem Wiener Atompakt unter Trump 2018 hat die alten Spannungen neu entflammt. Der drohende Konflikt mit israelischer Bombardierung sind Ausdruck der internationalen Besorgnis über mutmaßliche Ambitionen des Iran im Bereich Nuklearwaffen.
Ali Chamenei, geistiges Oberhaupt des Irans, balanciert derzeit auf einem schmalen Grat zwischen ideologischem Widerstand gegen Verhandlungen mit dem als Erzfeind geltenden USA und der ökonomischen Notlage, die aus den harten Sanktionen resultiert. Diese Zwickmühle könnte der Regierung nun zu neuen Schachzügen zwingen.

