Friedensgespräche und wirtschaftliche Herausforderungen: Ein Überblick

In Berlin bezeichnete der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow die zweitägigen Gespräche mit einer US-Delegation als sowohl konstruktiv als auch produktiv. Umjerow äußerte die Hoffnung auf ein baldiges Abkommen, das Frieden in greifbare Nähe rücken könnte. Trotz anonymen Spekulationen in den Medien lobte er die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner für ihre bemühte Suche nach einem dauerhaften Friedensabkommen.
Der Kanzleramtschef Thorsten Frei zeigte sich optimistisch, dass Bund und Länder sich bald auf eine Regelung zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge einigen könnten. Eine solche Einigung würde am Mittwoch im Vermittlungsausschuss diskutiert und fände am Freitag im Bundesrat Zustimmung. Falls die geplante Entlastung von zwei Milliarden Euro nicht erreicht wird, würden die Beiträge steigen.
Die Bundesregierung stellt ein neues Finanzierungsinstrument mit 45 Millionen Euro bereit, um private Investitionen in der Ukraine zu fördern. Wie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche mitteilte, sollen zinsvergünstigte Kredite deutschen Unternehmen zugutekommen. Jedoch kritisierte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, dass deutsche Firmen bislang zu wenig von den Ukraine-Hilfen profitieren. Laut Michael Harms gewinnen aufgrund der Preisfokussierung häufig Firmen aus China, Indien und der Türkei die Ausschreibungen.
Im deutschen Mittelstand nimmt das Vertrauen in die Merz-Regierung ab. Laut einer Umfrage der DZ Bank glauben nur noch 39 Prozent der befragten Entscheider, dass die Regierung die Wirtschaft stabilisieren kann, im Vergleich zu 62 Prozent im Frühjahr.
In Moskau fordert die russische Zentralbank im Rechtsstreit mit Euroclear fast 200 Milliarden Euro. Dies betrifft von der EU festgesetzte russische Vermögenswerte im Zuge der Ukraine-Invasion.
Die Industrieproduktion der Eurozone verzeichnete im Oktober eine erwartete Steigerung um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie Eurostat berichtete, während die Brutto-Tarifgehälter in Deutschland nur geringfügig schneller als die Verbraucherpreise stiegen, was einen marginalen realen Lohnzuwachs von 0,4 Prozent bedeutet.
In China verlief das Wachstum im Einzelhandel sowie in der Industrieproduktion und Sachinvestitionen im November schwächer als prognostiziert. Der Einzelhandelsumsatz wuchs lediglich um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, unter den Erwartungen der Experten, die einen Anstieg von 2,9 Prozent erwartet hatten.

