Fraport trotzt Rückschlägen mit erfreulicher Gewinnentwicklung
Der Flughafenbetreiber Fraport sieht sich trotz einer leicht nach unten korrigierten Passagierprognose für den Frankfurter Flughafen auf gutem Kurs, seine Gewinnziele 2025 zu erreichen. Statt der ursprünglich erwarteten bis zu 64 Millionen Fluggäste werden nun rund 63 Millionen erwartet, was den Rekordwert von 70,6 Millionen aus dem Jahr 2019 weiterhin in weiter Ferne lässt. Dennoch konnte der Konzern mit einem überraschend profitablen Sommer punkten, was auch an der Börse auf Zustimmung stieß. Die Fraport-Aktie verzeichnete kurz nach Börseneröffnung einen Sprung von fast zehn Prozent und war damit der klare Spitzenreiter im MDax. Aktuell hält sie sich mit einem Plus von 8,6 Prozent auf hohem Niveau. Seit Jahresbeginn hat das Wertpapier im Kurs fast ein Drittel zugelegt, was die Marktteilnehmer optimistisch stimmt.
Im dritten Quartal blieb der Umsatz mit 1,35 Milliarden Euro stabil, während der operative Gewinn um beeindruckende 23 Prozent auf 593 Millionen Euro anstieg und die Analystenerwartungen übertraf. Der Gewinn für die Aktionäre stieg gar um ein Drittel auf knapp 303 Millionen Euro, beflügelt durch eine außerplanmäßige Rückerstattung im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge, welche das operative Ergebnis um 50 Millionen Euro anhob. Insgesamt erzielte Fraport in den ersten neun Monaten einen operativen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro, nahezu auf dem Niveau des gesamten Vorjahres. Fraport-Chef Schulte plant, im Jahr 2025 den operativen Gewinn moderat zu steigern, auch wenn der Konzerngewinn vor Minderheitsanteilen Dritter laut Prognose das Niveau von 2024 nur knapp erreichen könnte. Dennoch verzeichnete der Konzerngewinn in den ersten neun Monaten mit 442 Millionen Euro ein leichtes Plus von zwei Prozent im Jahresvergleich.
Die internationalen Flughäfen des Fraport-Konzerns erweisen sich als die Zugpferde der Erholung nach der Pandemie, mit einem Passagierzuwachs von 4,6 Prozent in den ersten neun Monaten, was fast den Zahlen von 2019 entspricht. Besonders positiv entwickeln sich dabei die Regionalflughäfen in Griechenland, Peru und der Türkei. Im Vergleich dazu bleibt der Frankfurter Flughafen um 12 Prozent hinter dem Vorkrisenniveau zurück. Für die schleppende Erholung in Frankfurt sei laut Fraport die hohe Luftverkehrsteuer und verschiedene Gebühren verantwortlich. Trotzdem konnten im Oktober 5,9 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahresmonat gezählt werden. Im kommenden April plant Fraport die Eröffnung von Terminal 3, obwohl Terminal 2 für eine umfassende Sanierung geschlossen wird und 57 Fluggesellschaften in das neue Terminal umziehen. Die Lufthansa und ihre Partner bleiben in Terminal 1.

