Frankreich plant Berufung gegen Urteil zur Shein-Sperre
Die französische Regierung hat angekündigt, gegen ein Urteil des Pariser Gerichts vorzugehen, das eine dreimonatige Sperre der Onlineplattform Shein abgelehnt hatte. Laut Presseberichten soll die Berufung in den kommenden Tagen erfolgen. Im Mittelpunkt der Berufung steht die Wahrnehmung eines 'systemischen Risikos', das mit dem Geschäftsmodell von Shein verbunden sei.
Zuvor war die Forderung nach einer Sperre von den Richtern als unverhältnismäßig zurückgewiesen worden. Diese argumentierten, dass eine solche Maßnahme die unternehmerische Freiheit unzulässig einschränken würde. Shein, ein multinationaler Modekonzern, der in China gegründet wurde und seinen Sitz in Singapur hat, agiert sowohl als Hersteller als auch als Vertriebsplattform.
Der Hintergrund der geforderten Zugangssperre liegt im Verkauf von umstrittenen Produkten, wie Sexpuppen in Kinderoptik und nicht frei verkäuflichen Waffen und Medikamenten, über die Plattform in Frankreich. Nachdem diese Angebote öffentlich wurden, hatte Shein umgehend reagiert und die entsprechenden Produkte entfernt sowie den Zugang zu seinem Marktplatz eingeschränkt.
Das Pariser Gericht betonte, dass die fraglichen Verkaufsfälle schwerwiegend, aber vereinzelt waren und das Unternehmen daher keine systemischen Mängel in seinen Kontrollmechanismen aufweise. Shein hat das Urteil begrüßt und erklärt, weiterhin an der Verbesserung seiner Kontrollprozesse in Kooperation mit den französischen Behörden zu arbeiten, um höchste Branchenstandards zu erfüllen. Dabei betont der Konzern den Schutz der französischen Verbraucher und die Einhaltung lokaler Gesetze als Priorität.
Dennoch wurde Shein dazu verpflichtet, sicherzustellen, dass der Zugang zu legalen pornografischen Produkten nur für Volljährige möglich ist. Dies soll durch die Einführung eines Altersfilters erfolgen, dessen Umsetzung bereits angekündigt wurde.
Sheins jüngste Expansion in Frankreich – gekennzeichnet durch die Eröffnung einer Verkaufsfläche in einem renommierten Pariser Kaufhaus – hatte zusätzliche Kontroversen nach sich gezogen. Proteste gegen die Bedingungen der Fast Fashion, die Arbeitspraktiken und die Umweltbilanz des Unternehmens begleiteten diese Eröffnung, während die Regierung weitere Ermittlungen einleitete.

