Frankreich im Ausnahmezustand: Protestwelle erfasst die Nation
Frankreich erlebte einen turbulenten Protesttag, bei dem 175.000 Menschen auf die Straßen gingen und die Unruhe das Land erfasste. Nach Angaben des französischen Innenministeriums wurden mehr als 470 Personen festgenommen, davon 203 alleine in Paris. Die Proteste sorgten für volle Polizeiinspektionen, mit fast 340 Menschen in Gewahrsam, darunter über 100 in der Hauptstadt. Die Gewerkschaft CGT meldete eine über eine Viertelmillion Protestierende. Im ganzen Land kam es zu Auseinandersetzungen, wobei 13 Sicherheitskräfte verletzt wurden. Öffentliche Plätze waren Schauplätze von Bränden und "Störungen der öffentlichen Ordnung". Die Proteste nahmen im Verlauf des Tages an Intensität zu, besonders in Paris, Nantes und Rennes, wo heftige Konfrontationen mit Sicherheitskräften stattfanden.
Videos dokumentierten Blockaden auf Straßen, an Oberschulen sowie Bus- und Straßenbahndepots. Als Sicherheitsmaßnahme schloss ein zentral gelegenes Einkaufszentrum in Paris am Nachmittag. Ein Gebäude in der Stadt wurde durch einen Brand in Mitleidenschaft gezogen. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt, da ein unbeabsichtigtes Feuer im Rahmen des Einsatzes von Sicherheitskräften vermutet wird. Die Proteste unter dem Slogan "Bloquons tout" richten sich gegen die geplanten Sparmaßnahmen. Ursprünglich ist nicht klar, welche Kräfte zum Protest aufriefen, doch eine Vielzahl von Gruppen - darunter linke Aktivisten, Gelbwesten und Eisenbahn-Gewerkschaften - machten ihrem Unmut Luft. Diese Ereignisse folgten auf den Sturz der bisherigen Mitte-Rechts-Regierung in einer Vertrauensfrage und der Einsetzung von Sébastien Lecornu als neuem Premierminister.

