Frankfurt/Wochenausblick: DAX startet mit Rekordhoch in die Woche
16. September 2013, 08:41 Uhr · Quelle: Dow Jones
17. September 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Blicke von Investoren richten sich in dieser Woche gen Westen: "Die ungeteilte Aufmerksamkeit gilt der US-Notenbanksitzung am Mittwoch", fasst Robert Halver von der Baader Bank zusammen. Dabei geht es dabei vor allem um die Frage, wann die Federal Reserve die geldpolitischen Zügel wieder anziehen wird. "Spannend ist, ob die Fed bereits im September mit der Drosselung ihrer Anleihekäufe beginnt oder ob beispielsweise die enttäuschend ausgefallenen Arbeitsmarktzahlen vom vergangenen Freitag zu einem Meinungsumschwung der Notenbanker geführt haben", erklären die WGZ Bank-Analysten Frank Wohlgemuth und Bernd Scharr.
Eine Reduktion der Anleihekäufe ist aus Sicht von Halver nach strikter Interpretation der Indikatoren aktuell noch nicht zwingend erforderlich.
"So zeigt sich die US-Inflationsrate mit aktuell zwei Prozent noch klar unter dem Zielwert von 2,5 Prozent, auch wenn sie im Trend aufwärtsgerichtet ist. Und auch das Wirtschaftswachstum in den USA liegt trotz Verbesserung mit 2,5 Prozent unter dem geldpolitisch angepeilten Quartalswachstum von drei Prozent", fasst der Finanzmarktstratege zusammen.
Ein guter Zeitpunkt für die Fed
Halver
Allerdings merkt Halver an, dass die US-Notenbank gut daran täte, schon jetzt mit dem so genannten "Tapering" - also der Reduktion ihrer Wertpapierkäufe - zu beginnen: "Wenn man sich vor Augen führt, dass die langatmige Debatte über das Wann und Wie eines Taperings das entscheidende Verunsicherungselement in diesem Anlagejahr ist, würde eine weitere Verzögerung seines Beginns das Verunsicherungspotenzial gerade auch in den Emerging Markets und in der Euro-Südzone aufrechterhalten. Jedes zukünftige Konjunkturdatum würde auf seinen Tapering-Einfluss hin abgeklopft und die Finanzmärkte schwankungsanfällig machen." An den Finanzmärkten sei das Warten auf ein vermeintlich negatives geldpolitisches Ereignis immer schlimmer als seine tatsächliche Existenz, ergänzt Halver.
Turbulenzen wären eine Überraschung
Apelt
Ganz ähnlich sieht das Christian Apelt von der Helaba: "Die Vorteile eines nochmaligen Abwartens sind für die Fed begrenzt. Daher wird sie ihre monatlichen Wertpapierkäufe in einem ersten vorsichtigen Schritt von derzeit 85 auf vermutlich 75 Milliarden US-Dollar reduzieren.
Weitere Maßnahmen folgen in Abhängigkeit neuer Konjunkturdaten", erwartet der Analyst. Angesichts der bereits lang andauernden Debatte über die Fed-Politik würde es laut Apelt überraschen, wenn der Markt mit Turbulenzen auf die Sitzung am Mittwoch reagierte.
Auch Berndt Fernow, Investmentanalyst der LBBW, hält eine absehbare Rückführung der Fed-Anleihekäufe bereits für eingepreist. Größere Impulse könnte hingegen die Bundestagswahl am 22. September liefern. "Ein intaktes Grundvertrauen bei verhaltenen Investitionsquoten prägt die aktuelle Sentimentkonstellation an den Börsen. Vor diesem Hintergrund könnte eine große Koalition in Berlin durchaus positives Überraschungspotenzial entfalten, da in der Euro-Politik eine konziliantere Linie zu erwarten wäre", erläutert Fernow.
Am deutschen Aktienmarkt dominiert zum Wochenauftakt jedenfalls die gute Laune: Der DAX ist mit einem Rekordhoch von 8.604 Punkten in den Handel gestartet und hält sich seitdem wacker über 8.600 Zählern.
Vergangen Montag stand das Börsenbarometer noch bei rund 8.270 Punkten.
Aus brenzliger Lage befreit
Technisch gesehen hat sich der DAX aus einer in der Vorwoche noch "brenzligen Lage" zuletzt befreit - zeigt sich Wieland Staud, technischer Analyst und Geschäftsführer von Staud Research zuversichtlich und prognostiziert: "Ohne schon den entscheidenden Schritt mit Kursen über 8.558 Zählern getan zu haben, stehen die technischen (Vor-) Zeichen nun deutlich im Sinne einer weiteren Hausseetappe." Die auch kurzfristig wieder bullischen Verhältnisse gerieten aus Sicht von Staud erst im Falle einer Rückkehr unter die bis 8.310 Punkte messende Kurslücke vom Dienstag in Gefahr. Diese biete dann aber technisch stabilen Halt.
Wichtige Konjunktur- und Unternehmensdaten
Während in den USA die Fed-Sitzung den Höhepunkt der Woche setzen dürfte, könnte hierzulande der deutsche ZEW-Index Impulse setzen.
Montag, 16. September
· *14.30 Uhr. USA: Empire-State-Index, September. *Nach 8,2 Punkten im August erwartet die HSBC einen Rückgang auf 4,5 Punkte.
Der Konsens ist mit prognostizierten 9 Punkten deutlich optimistischer.
· *15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion, August. *Die Deka-Bank rechnet mit dem zweithöchsten Produktionszuwachs in diesem Jahr.
Hauptgrund sei die Autoindustrie: "Daten vom US-amerikanischen Automobilverband weisen auf einen deutlichen Anstieg nach dem schwachen Vormonat hin", erklärt das Institut.
Dienstag, 17. September
· *11.00 Uhr. DE: ZEW-Konjunkturerwartungen, September. *Die Analysten der Deka-Bank rechnen mit einem Sprung des Index nach oben.
Gegenwärtig gibe es nur wenige Wolken am Himmel, die die Stimmung der Finanzmarktanalysten trüben könnten, heißt es.
"Ein wenig Berlusconi hier und schwache deutsche Produktionsdaten vom Juli dort. Ansonsten aber herrscht Hochstimmung. Die Frühindikatoren schießen in die Höhe und lassen in der Eurozone die Hoffnungen auf eine Fortsetzung der Erholung wachsen. Auch globale Frühindikatoren weisen wieder nach oben und das Wachstum in China scheint sich zu stabilisieren", so die Begründung.
· *16.00 Uhr. USA: NAHB-Hausmarktindex, September. *Die Erholungsdynamik am US-Häusermarkt dürfte etwas nachgelassen haben, erwartet die HSBC und geht von einem Rückgang auf 58 Punkten von 59 im August aus.
Mittwoch, 18. September
· *20.00 Uhr. USA: FOMC-Zinsentscheidung.*
· *20.30 Uhr. USA: Bernanke-Pressekonferenz. *
Donnerstag, 19. September
· *16.00 Uhr. USA: Philly Fed-Index, September. *Wie für die Region New York geht die HSBC auch für Philadelphia von einem etwas weniger optimistischen Ergebnis der Stimmungsumfrage aus und veranschlagt 8,5 Punkte, nach 9,5 im August.
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von Karoline Kopp, Deutsche Börse AG
© 16. September 2013
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Eine Reduktion der Anleihekäufe ist aus Sicht von Halver nach strikter Interpretation der Indikatoren aktuell noch nicht zwingend erforderlich.
"So zeigt sich die US-Inflationsrate mit aktuell zwei Prozent noch klar unter dem Zielwert von 2,5 Prozent, auch wenn sie im Trend aufwärtsgerichtet ist. Und auch das Wirtschaftswachstum in den USA liegt trotz Verbesserung mit 2,5 Prozent unter dem geldpolitisch angepeilten Quartalswachstum von drei Prozent", fasst der Finanzmarktstratege zusammen.
Ein guter Zeitpunkt für die Fed
Halver
Allerdings merkt Halver an, dass die US-Notenbank gut daran täte, schon jetzt mit dem so genannten "Tapering" - also der Reduktion ihrer Wertpapierkäufe - zu beginnen: "Wenn man sich vor Augen führt, dass die langatmige Debatte über das Wann und Wie eines Taperings das entscheidende Verunsicherungselement in diesem Anlagejahr ist, würde eine weitere Verzögerung seines Beginns das Verunsicherungspotenzial gerade auch in den Emerging Markets und in der Euro-Südzone aufrechterhalten. Jedes zukünftige Konjunkturdatum würde auf seinen Tapering-Einfluss hin abgeklopft und die Finanzmärkte schwankungsanfällig machen." An den Finanzmärkten sei das Warten auf ein vermeintlich negatives geldpolitisches Ereignis immer schlimmer als seine tatsächliche Existenz, ergänzt Halver.
Turbulenzen wären eine Überraschung
Apelt
Ganz ähnlich sieht das Christian Apelt von der Helaba: "Die Vorteile eines nochmaligen Abwartens sind für die Fed begrenzt. Daher wird sie ihre monatlichen Wertpapierkäufe in einem ersten vorsichtigen Schritt von derzeit 85 auf vermutlich 75 Milliarden US-Dollar reduzieren.
Weitere Maßnahmen folgen in Abhängigkeit neuer Konjunkturdaten", erwartet der Analyst. Angesichts der bereits lang andauernden Debatte über die Fed-Politik würde es laut Apelt überraschen, wenn der Markt mit Turbulenzen auf die Sitzung am Mittwoch reagierte.
Auch Berndt Fernow, Investmentanalyst der LBBW, hält eine absehbare Rückführung der Fed-Anleihekäufe bereits für eingepreist. Größere Impulse könnte hingegen die Bundestagswahl am 22. September liefern. "Ein intaktes Grundvertrauen bei verhaltenen Investitionsquoten prägt die aktuelle Sentimentkonstellation an den Börsen. Vor diesem Hintergrund könnte eine große Koalition in Berlin durchaus positives Überraschungspotenzial entfalten, da in der Euro-Politik eine konziliantere Linie zu erwarten wäre", erläutert Fernow.
Am deutschen Aktienmarkt dominiert zum Wochenauftakt jedenfalls die gute Laune: Der DAX ist mit einem Rekordhoch von 8.604 Punkten in den Handel gestartet und hält sich seitdem wacker über 8.600 Zählern.
Vergangen Montag stand das Börsenbarometer noch bei rund 8.270 Punkten.
Aus brenzliger Lage befreit
Technisch gesehen hat sich der DAX aus einer in der Vorwoche noch "brenzligen Lage" zuletzt befreit - zeigt sich Wieland Staud, technischer Analyst und Geschäftsführer von Staud Research zuversichtlich und prognostiziert: "Ohne schon den entscheidenden Schritt mit Kursen über 8.558 Zählern getan zu haben, stehen die technischen (Vor-) Zeichen nun deutlich im Sinne einer weiteren Hausseetappe." Die auch kurzfristig wieder bullischen Verhältnisse gerieten aus Sicht von Staud erst im Falle einer Rückkehr unter die bis 8.310 Punkte messende Kurslücke vom Dienstag in Gefahr. Diese biete dann aber technisch stabilen Halt.
Wichtige Konjunktur- und Unternehmensdaten
Während in den USA die Fed-Sitzung den Höhepunkt der Woche setzen dürfte, könnte hierzulande der deutsche ZEW-Index Impulse setzen.
Montag, 16. September
· *14.30 Uhr. USA: Empire-State-Index, September. *Nach 8,2 Punkten im August erwartet die HSBC einen Rückgang auf 4,5 Punkte.
Der Konsens ist mit prognostizierten 9 Punkten deutlich optimistischer.
· *15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion, August. *Die Deka-Bank rechnet mit dem zweithöchsten Produktionszuwachs in diesem Jahr.
Hauptgrund sei die Autoindustrie: "Daten vom US-amerikanischen Automobilverband weisen auf einen deutlichen Anstieg nach dem schwachen Vormonat hin", erklärt das Institut.
Dienstag, 17. September
· *11.00 Uhr. DE: ZEW-Konjunkturerwartungen, September. *Die Analysten der Deka-Bank rechnen mit einem Sprung des Index nach oben.
Gegenwärtig gibe es nur wenige Wolken am Himmel, die die Stimmung der Finanzmarktanalysten trüben könnten, heißt es.
"Ein wenig Berlusconi hier und schwache deutsche Produktionsdaten vom Juli dort. Ansonsten aber herrscht Hochstimmung. Die Frühindikatoren schießen in die Höhe und lassen in der Eurozone die Hoffnungen auf eine Fortsetzung der Erholung wachsen. Auch globale Frühindikatoren weisen wieder nach oben und das Wachstum in China scheint sich zu stabilisieren", so die Begründung.
· *16.00 Uhr. USA: NAHB-Hausmarktindex, September. *Die Erholungsdynamik am US-Häusermarkt dürfte etwas nachgelassen haben, erwartet die HSBC und geht von einem Rückgang auf 58 Punkten von 59 im August aus.
Mittwoch, 18. September
· *20.00 Uhr. USA: FOMC-Zinsentscheidung.*
· *20.30 Uhr. USA: Bernanke-Pressekonferenz. *
Donnerstag, 19. September
· *16.00 Uhr. USA: Philly Fed-Index, September. *Wie für die Region New York geht die HSBC auch für Philadelphia von einem etwas weniger optimistischen Ergebnis der Stimmungsumfrage aus und veranschlagt 8,5 Punkte, nach 9,5 im August.
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von Karoline Kopp, Deutsche Börse AG
© 16. September 2013
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