Fragile Waffenruhe im Gazastreifen erneut auf die Probe gestellt
Im südlichen Gazastreifen hat ein Zwischenfall die ohnehin angespannte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas erneut erschüttert. Laut Informationen aus medizinischen Kreisen des Nasser-Krankenhauses in Chan Junis wurden zwei Palästinenser in der Kleinstadt Abasan al-Kabira bei einem Angriff durch das israelische Militär getötet und drei weitere Personen verletzt. Das israelische Militär erklärte, die betreffenden Personen hätten die sogenannte gelbe Linie überschritten, hinter die sich die Armee im Rahmen der Waffenruhe zurückgezogen hatte. Die nahenden Palästinenser, die von der israelischen Armee als "Terroristen" bezeichnet wurden, sollen sich verdächtig verhalten haben, woraufhin Maßnahmen ergriffen wurden, um die gemeldete Bedrohung zu neutralisieren.
Detaillierte Informationen zu den "verdächtigen Aktivitäten" blieben aus. Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa handelte es sich bei dem Angriff um einen Drohneneinsatz der israelischen Streitkräfte, während die Palästinenser offenbar versuchten, ihre Häuser zu inspizieren. Die Stadt Abasan al-Kabira steht unter israelischer Militärkontrolle und der Vorfall konnte bisher nicht unabhängig überprüft werden. Die Waffenruhe, die am 10. Oktober mühsam zwischen Israel und der Hamas vereinbart wurde, bleibt somit äußerst brüchig – ein Frieden in naher Zukunft scheint ungewiss.

