Fortschritte bei Tarifverhandlungen: Deutsche Bahn bewegt sich
An der Front der Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sind deutliche Fortschritte zu beobachten. Wie die Chefverhandlerin der EVG, Cosima Ingenschay, bekanntgab, hat die Bahn ein verbessertes Angebot vorgelegt, welches den Verhandlungspartnern näherkommt. Das Ziel, vor der kommenden Bundestagswahl einen neuen Tarifvertrag abzuschließen, scheint damit realistischer.
Das neue Angebot beinhaltete eine zusätzliche Vergütung für Schichtarbeiter in Höhe von 1,3 Prozent, was einer Gesamterhöhung von 7,9 Prozent für rund 100.000 Mitarbeiter entspricht. Laut Personalvorstand Martin Seiler wird damit die besondere Leistung der Beschäftigten im Schichtdienst angemessen honoriert. Bemerkenswert ist, dass die Vereinbarungen auch auf die kriselnde Güterverkehrstochter DB Cargo ausgedehnt werden sollen.
Zudem wird auf einseitige Kündigungsmöglichkeiten des Arbeitgebers verzichtet, selbst bei weiter verschlechterten Geschäftszahlen. Auch die Beschäftigungssicherheit wurde thematisiert. Entscheidungen über die endgültigen Vergütungen stehen jedoch noch aus. Die EVG hält das Angebot von 4 Prozent – ohne das Zusatzgeld – für ungenügend.
Die Verhandlungen, die bis tief in die Nacht dauerten, werden in der nächsten Woche in Berlin fortgesetzt. Hier soll es in erster Linie um finanzielle Details gehen. Die letzte Verhandlungsrunde vor der geplanten Bundestagswahl am 23. Februar wird entscheidend sein.
Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen bei der Deutschen Bahn fordert die Gewerkschaft eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2027 und strebt weitere Vergütungserhöhungen an. In der ersten Gesprächsrunde wurde bereits ein Angebot von 4 Prozent Steigerung in Stufen gemacht, die nun erweitert wurden. Währenddessen bleibt die Möglichkeit zu Warnstreiks aufgrund der Friedenspflicht, die bis Ende März andauert, ausgeschlossen.

