Ford Deutschland: Warnstreiks und die Suche nach Lösungen
Das Ringen um den Erhalt der Arbeitsplätze bei Ford Deutschland geht in die nächste Runde. Die Gewerkschaft IG Metall hat als Reaktion auf die Weigerung des Managements, hohen Abfindungszahlungen und einem „insolvenzgeschützten Sicherheitsnetz“ zuzustimmen, zu Warnstreiks in Köln aufgerufen. Diese betreffen sämtliche Schichten von Dienstagabend bis Donnerstag und verdeutlichen den Rückhalt der Belegschaft hinter den Forderungen der Gewerkschaft. Angestrebt wird ein Sozialtarifvertrag, bei dem die Geschäftsführung auf die Forderungen der IG Metall eingehen soll.
Die Unsicherheit, die durch die Kündigung einer Patronatserklärung durch die Ford Motor Company entfacht wurde, erschüttert die Belegschaft. Diese Erklärung, eine Art seit 2006 bestehende Bürgschaft des Mutterkonzerns aus den USA, sicherte der finanziell angeschlagenen deutschen Tochter bislang Rückhalt. Trotz einer großzügigen Finanzspritze zur Schuldentilgung hat das Ende dieser Bürgschaft Befürchtungen genährt, dass eine Insolvenz der Deutschlandtochter möglich sei. Daher fordert die IG Metall einen neuen Insolvenzsicherheitsmechanismus von der Ford Motor Company.
Obwohl Ford betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 ausgeschlossen hat, sind die Bedenken groß, dass die Arbeitsplätze im Falle einer Insolvenz nicht sicher sind. Die Geschäftsführung betont weiterhin das Engagement für die Standorte in Deutschland, illustriert durch die Investition von mehreren Hundert Millionen Euro in einen neuen Geschäftsplan. Der Verzicht auf die Patronatserklärung wird als Normalisierung und nicht als Rückzug vom Engagement in Europa dargestellt.
Hinzu kommt, dass der Absatz zweier in Köln produzierter Elektro-Geländewagen im vergangenen Jahr hinter den Erwartungen zurückblieb. Ein Dialog mit der Belegschaft zur Findung fairer Lösungen wird von Ford Deutschland begrüßt, während ein Teil der Beschäftigten noch bis Mai an bestimmten Tagen in Kurzarbeit arbeitet. Bis auf Weiteres verbleiben etwa 11.500 Mitarbeiter in Köln, eine deutliche Reduzierung im Vergleich zu den knapp 20.000 im Jahr 2018.

