Flugchaos in Frankreich: Sommerferienstart im Zeichen des Streiks
Frankreichs Flughäfen stehen zum Auftakt der Sommerferien vor erheblichen Herausforderungen, da ein Streik der Fluglotsen den Luftverkehr empfindlich trifft. Die Zivilluftfahrtbehörde DGAC hat die Airlines angewiesen, ihre Flugbewegungen ab Paris am Donnerstag um ein Viertel und am Freitag sogar um 40 Prozent zu reduzieren. Besonders betroffen ist Nizza, wo jeder zweite Flug gestrichen wird, während auch Städte wie Lyon, Marseille, Ajaccio und Bastia mit Einschränkungen rechnen müssen. Hunderttausende Reisende sehen sich mit der unglücklichen Situation konfrontiert, die nach Angaben der DGAC zu den verkehrsreichsten des Jahres zählt.
Hintergrund des Streiks sind die Forderungen der Gewerkschaften nach zusätzlichem Personal und einer faireren Entlohnung. Sie wenden sich zudem gegen diverse organisatorische Änderungen, speziell gegen die eingeführte Anwesenheitskontrolle der Fluglotsen in den Kontrolltürmen. Die Luftfahrtbehörde hebt hervor, dass diese Maßnahmen unerlässlich sind, um EU-Vorgaben zu erfüllen und die Sicherheit nach einem schwerwiegenden Vorfall in Bordeaux zu verbessern.
Verkehrsminister Philippe Tabarot verurteilt den Streik scharf und nennt ihn vor dem Hintergrund der Sommerreisezeit inakzeptabel. Er betont die Dringlichkeit der Anwesenheitskontrolle, die nach einer kritischen Beinahe-Kollision im Jahr 2022 in Bordeaux eingeführt wurde. Damals musste ein Airbus A320 von Easyjet seinen Anflug unterbrechen, weil ein Sportflugzeug die Landebahn blockierte. Nur drei von ursprünglich eingeteilten sechs Lotsen waren im Dienst, wobei eine in Pause war. Die Luftsicherheitsbehörde BEA empfahl daraufhin die Überprüfung der Präsenz der Fluglotsen auf ihren Posten.

