Flüchtlingstod erfunden - Hilfsbündnis räumt Fehler ein

28. Januar 2016, 16:26 Uhr · Quelle: dpa

Berlin (dpa) - Nach der von einem Helfer verbreiteten Lüge über den angeblichen Tod eines Flüchtlings hat das Berliner Bündnis «Moabit hilft» Versäumnisse eingeräumt. «Wir haben da auf Deutsch gesagt echt Mist gebaut», sagte eine Sprecherin am Donnerstag vor Journalisten.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) verurteilte das Verhalten des Mannes und kritisierte auch das Bündnis. Im Internet kursierte eine Entschuldigung des Flüchtlingshelfers.

«Moabit hilft» hatte am Vortag Angaben des Mannes bestätigt, wonach ein Asylbewerber gestorben sei, der zuvor lange vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) im Berliner Stadtteil Moabit gewartet habe. Stunden später gestand der Helfer der Polizei, das nur erfunden zu haben. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen.

Die Geschichte sei «nicht ganz so unwahrscheinlich», betonte die Sprecherin von «Moabit hilft». «Das kann sich jeder Helfer, jeder Politiker und jeder Pressevertreter hier mittlerweile vorstellen.»

Das Lageso ist die erste Anlaufstelle für neu ankommende Flüchtlinge in Berlin. Es ist zuständig für die Registrierung der Asylbewerber, für ihre medizinische Erstversorgung, das Zuweisen in Notunterkünfte und die Ausgabe von Taschengeld. Die Behörde bekommt diese Aufgaben seit Monaten nicht in den Griff. Das Gelände ist überfüllt. Immer wieder hatte es in dem Zusammenhang auch Forderungen nach einem Rücktritt von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) gegeben.

Bei Facebook tauchte am Donnerstag auch eine Entschuldigung auf, die von einem Profil mit dem Namen und dem Foto des Mannes veröffentlicht wurde. «Es tut mir unendlich leid, dass ich viele Menschen mit meiner falschen Aussage verletzt habe», stand darin. Später waren der Eintrag verschwunden und das Profil wieder gelöscht.

Innensenator Henkel hielt dem Bündnis «Moabit hilft» in einer Mitteilung vor: «Verantwortung tragen auch diejenigen, die den erfundenen Fall gestern ohne jegliche Grundlage bestätigt haben, darunter die Sprecherin des Bündnisses «Moabit hilft».»

Henkel erklärte, die Lüge des Mannes sei «eine der miesesten und perfidesten Aktionen, die ich jemals erlebt habe». Die Behörden hätten stundenlang nach dem erfundenen «Lageso-Toten» gesucht. «Geschadet wurde auch den vielen Ehrenamtlichen, die in unserer Stadt jeden Tag wichtige Arbeit leisten.»

Von Henkel geforderte rechtliche Konsequenzen muss der Mann aber wohl nicht fürchten. «Er hat keinerlei Tatbestände erfüllt», sagte ein Polizeisprecher. Auch die Senatsverwaltung kündigte an, die Sache auf sich beruhen zu lassen.

Migration / Flüchtlinge / Notfälle / Berlin
28.01.2016 · 16:26 Uhr
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