Flow: Der Zustand, der die beste und gesündeste Version eines Menschen hervorbringen kann
Was Ergotherapeut:innen tun, um Alltagsaktivitäten mit Flow-Potenzial im Leben ihrer Patient:innen und Klient:innen zu verankern

24. März 2026, 10:41 Uhr · Quelle: LifePR
Flow: Der Zustand, der die beste und gesündeste Version eines Menschen hervorbringen kann
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Im Flow kann es zu Best- und Höchstleistungen kommen, Menschen erleben dabei Glück und Sinnhaftigkeit, sie fühlen sich losgelöst von ihren Problemen. Findet zu wenig oder kein Flow statt, legen Ergotherapeut:innen gemeinsam mit ihren Patient:innen und Kli
Flow verbessert durch Konzentration Wohlbefinden und Leistung, insbesondere bei Erkrankungen. Ergotherapeuten wie Sara Mohr helfen, diesen Zustand im Alltag zu etablieren.

Karlsbad, 24.03.2026 (lifePR) - „Im Flow sein“ bedeutet weit mehr als „es läuft“. Den wenigsten Menschen ist bekannt, dass Flow wissenschaftlich erforscht ist. „Flow kommt aus der positiven Psychologie“, erklärt Sara Mohr und beschreibt diesen Zustand so: „Menschen im Flow sind maximal vertieft und selbstvergessen; sie blenden alles um sich herum aus, sogar die Zeit. Sie vollbringen oft Bestleistungen und erleben dabei gleichzeitig ein Höchstmaß an Wohlbefinden und Befriedigung“. Die Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) vermittelt ihren Berufskolleg:innen im Rahmen der DVE Akademie weitergehende Kenntnisse zu Flow. Das Ziel: Im Leben von Menschen mit einer Erkrankung oder in einer persönlichen Krise Alltagsaktivitäten finden, die geeignet sind, Flow zu ermöglichen und diese in deren Alltag zu verankern.

Wer neugierig, ausdauernd und lernorientiert ist und dabei wenig Angst vor Fehlern hat, ist ein potenzieller Kandidat beziehungsweise eine potenzielle Kandidatin, um öfter als andere Menschen Flow zu erleben. Flow entsteht häufig beim Arbeiten oder Studieren – sogar häufiger als in der Freizeit: beispielsweise beim Lösen komplexer Aufgaben, bei handwerklichen oder gestalterischen Projekten, beim Analysieren oder Planen und anderen Tätigkeiten, die der- oder diejenige in höchster Konzentration verrichtet. Auch bei sportlichen Herausforderungen oder beim Kreativsein wie Malen, Fotografieren, Schreiben oder Musizieren kommt es oft zu Flow und dem Gefühl, dass das, was man tut, wie von selbst passiert. Und das, obwohl es erst dann zu Flow kommt, wenn es sich um eine fordernde Betätigung handelt. Die Ergotherapeutin Sara Mohr führt das weiter aus: „Um in Flow zu kommen, muss eine Betätigung bestimmte, genauer gesagt drei Vorbedingungen erfüllen. Es muss ein klares Ziel geben wie: Ich will dieses Spiel gewinnen. Oder: Ich will diesen See durchschwimmen und so weiter“. Außerdem muss es ein Feedback geben, also die direkte Rückmeldung, ob der Handlungsschritt gelungen ist oder nicht und – das ist der wohl wichtigste, dritte Faktor: die Challenge-Skill-Balance. Das bedeutet, die Herausforderung – die Challenge – fordert genau das richtige Maß an Fähigkeiten, also Skills; sodass die Person sich anstrengen muss, aber weder unter- noch überfordert ist.

Positive Wirkung von Flow neurobiologisch erwiesen

Die positiven Auswirkungen von Flow sind mehrfach belegt: Jüngste neurobiologische Untersuchungen zeigen, dass im Gehirn – wenn jemand gerade nichts tut – das sogenannte Default Mode Network aktiv ist. Dieses Netzwerk sorgt dafür, dass man sich mit sich selbst, der Vergangenheit und aktuellen Problemen beschäftigt. Ist es zu aktiv, kann es unter anderem zu negativem Gedankenkreisen führen, was beispielsweise bei Depressionen häufig der Fall ist. Der Flow-Zustand bewirkt das Gegenteil: Das Default Mode Network wird im Flow weitgehend abgeschaltet. Stattdessen sind nur die Gehirnregionen aktiv, die eine Person für die aktuelle Aufgabe benötigt, um beispielsweise konzentriert ihrer Arbeit nachzugehen, einen anspruchsvollen Berg zu erklimmen, ein schwieriges Musikstück aufzuführen, oder, oder, oder. Wer im Flow ist, denkt nicht ständig über sich selbst nach. Auch daher, weil sich im Flow das negative Gedankenkreisen vorübergehend reduziert, fühlen sich Menschen, die regelmäßig Flow in ihrem Alltag erfahren, gesünder. Das ist durch die Flow-Forschung belegt und ebenso, dass Menschen, denen es gelingt, immer wieder in Flow zu kommen, über ein größeres Wohlbefinden und mehr Sinn im Leben berichten.

Fortbildung für Ergotherapeut:innen zum Thema Flow

Mit diesem Wissen hat die Ergotherapeutin Sara Mohr eine Fortbildung für die Akademie des DVE konzipiert. Die teilnehmenden Ergotherapeut:innen erfahren zunächst Grundlegendes zum Thema „Flow“ und auch, dass es bereits seit den 1990er Jahren etliche ergotherapeutische Modelle gibt, die auf der Flow-Theorie basieren oder diese integrieren. Im Folgenden lernen die teilnehmenden Ergotherapeut:innen die drei Vorbedingungen – ein klares Ziel, Feedback und die Skill-Challenge-Balance – die es möglich machen, in Flow zu kommen, kennen. Den Schwerpunkt der Fortbildung bilden Vorgehensweisen, um Betätigungen im Alltag der ergotherapeutischen Klient:innen zu finden, die mehr Flow ermöglichen. „Ergotherapeut:innen analysieren den Alltag ihrer Klient:innen und verschaffen sich mithilfe eines Betätigungsprofils als Erstes einen Überblick darüber, was üblicherweise an einem Tag, innerhalb einer Woche oder anderen Zeiträumen passiert und was gut oder weniger gut klappt“, beschreibt die Ergotherapeutin Mohr dieses übliche Vorgehen ihrer Berufsgruppe. Im zweiten Schritt liegt der Fokus auf Flow: Wo im Betätigungsprofil gibt es Handlungen, die Flow-Potenzial haben, sprich: Wofür begeistern sich Klient:innen, wofür sind sie motiviert, wo haben sie ein klares Ziel, bei dem ihre Fähigkeiten optimal mit den Herausforderungen zusammenpassen?

Ergotherapeut:innen als Flow-Förderer

Dabei fällt auf – und die Flow-Forschung bestätigt das – dass Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen oftmals keinen Zugang zu bestimmten Handlungen oder Betätigungen haben. Nicht selten sind strukturelle Barrieren der Grund, weshalb Menschen mit einer Behinderung oder bestimmten Erkrankungen keinen oder zu wenig Flow erleben. „Wer zum Beispiel gerne Schach spielt und dabei in Flow kommt, aber davon ausgeschlossen ist, weil der Schachverein nicht barrierefrei zugänglich ist oder aufgrund seiner chronischen Erkrankung seiner Arbeit nicht nachgehen kann, kann ergotherapeutische Unterstützung erhalten“, erklärt Sara Mohr diesen Teil ihrer Arbeit, bei dem sie, so wie auch ihre Berufskolleg:innen es tun, gemeinsam mit Klient:innen nach Alternativen und Lösungen sucht. Und last but not least geht es bei einer ergotherapeutischen Intervention auch darum, was traut die Person sich selbst zu, weiß sie ihre Fähigkeiten gut einzuschätzen? Die Betätigungen selbst kommen ebenfalls auf den Prüfstand. Wie lassen sich diese so gestalten, dass ein Flow-Potenzial entsteht? Die Ergotherapeutin gibt wieder ein Beispiel: „Wer es schafft, beim Sport oder im Fitness-Studio in Flow zu kommen, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, diese Tätigkeit zu wiederholen“.

Ergotherapeut:innen zeigen Flow-Killer auf

Das liegt unter anderem am positiven Erleben und den im Flow ausgeschütteten Hormonen. Wer im Flow ist, dessen Gehirn ist im Glücksrausch: Dort sorgen – um beispielhaft einige zu nennen – Endorphine für ein positives Gefühl und Schmerzminderung; das ausgeschüttete Dopamin ist für Motivation und Zielverfolgung nötig, weitere Hormone sorgen für Kreativität, Aufmerksamkeit und Fokus oder schaffen neue Verbindungen im Gehirn. Abschließend betont die Ergotherapeutin nochmals: „Flow lässt sich nicht auf Knopfdruck herbeiführen“. Auch ist es nicht etwa so, dass – war eine Person bei einer bestimmten Aktivität wie Joggen, Fahrradfahren, Malen, was auch immer, einmal im Flow – sie immer bei dieser Aktivität Flow erleben wird. Eine weitere der vielen Voraussetzungen, um in Flow zu kommen ist, sich tiefgehend und ungestört mit einem Thema oder einer Betätigung zu befassen. Das bedeutet auch: nicht erreichbar oder ansprechbar sein, Handy ausschalten oder gar nicht erst dabeihaben, Nachrichten deaktivieren für die Zeit, in der man nicht behelligt werden sollte, und so weiter. Denn: Unterbrechungen und Benachrichtigungen sind die schlimmsten Feinde von Flow. Ergotherapeut:innen empfehlen daher denjenigen, die Betätigungen mit Flow-Potenzial nachgehen wollen, eine zeitlich begrenzte, auch mediale Enthaltsamkeit von äußeren Einflüssen. Auch wenn das für viele eine große Herausforderung darstellt, so ist doch die Aussicht, Flow zu erleben und dabei das Beste aus sich selbst herauszuholen, ausgesprochen verlockend.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeut:innen vor Ort; Ergotherapeut:innen in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche. Zum Podcast gerne hier entlang: https://dve-podcast.podigee.io/. Außerdem: https://www.instagram.com/dve_ergotherapie/ und Deutscher Verband Ergotherapie e.V. - DVE | Facebook

Gesundheit & Medizin / Flow / Ergotherapie / Positive Psychologie / Wohlbefinden / DVE
[lifepr.de] · 24.03.2026 · 10:41 Uhr
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