Flexibilisierung der Arbeitszeit: CSU setzt Bundesregierung unter Zugzwang
In Deutschland drängt die CSU auf eine zügige Anpassung der Arbeitszeitregelungen. CSU-Generalsekretär Martin Huber fordert, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Flexibilisierung noch in diesem Jahr vorangebracht wird, um eine schnelle Wirkung zu erzielen. Der Fokus liegt auf der Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit, gestützt durch die europäische Arbeitszeitrichtlinie und motiviert durch die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Ein intensiver Dialog mit den Sozialpartnern wird zur Klärung der Details angestrebt, wobei klar kommuniziert wird, dass niemand gegen seinen Willen zu längeren Arbeitszeiten gezwungen werden darf. Das Thema erhielt kürzlich durch Bundeskanzler Friedrich Merz neue Aufmerksamkeit, als er auf die Frage nach überflüssigen Gesetzen das Arbeitszeitgesetz ins Visier nahm.
Diese Äußerung fand Unterstützung bei Huber, stieß jedoch auf Kritik von Bernd Rützel, dem SPD-Sozialexperten. Rützel widerspricht vehement, dass das Arbeitszeitgesetz gestrichen werden sollte, da es den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden gewährleistet. Ein solcher Schritt wäre seiner Meinung nach ein unverantwortliches Risiko für die Beschäftigten.
Gleichzeitig betont Rützel, dass die SPD am Kurs des Koalitionsvertrags festhält und eine Flexibilisierung durch wöchentliche Arbeitszeiten umsetzen möchte, ohne längere Arbeitszeiten zu forcieren. Die bestehenden Pausenregelungen sollen unverändert bleiben, während eine elektronische Erfassung der Arbeitszeiten eingeführt wird, bei der jede Minute vergütet werden muss.

