Finanzskandal erschüttert französische Modekette Kiabi: Ehemalige Finanzchefin in Untersuchungshaft
Nach einer spektakulären Festnahme auf der Mittelmeerinsel Korsika ermittelt die Pariser Staatsanwaltschaft gegen eine ehemalige Finanzchefin einer renommierten französischen Modekette wegen massiver Veruntreuung von Geldern. Die Verdächtige, die unmittelbar nach ihrer Ankunft mit einem Privatjet inhaftiert wurde, befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Gemäß Angaben des Senders France Info beläuft sich die unterschlagene Summe auf beachtliche 100 Millionen Euro.
Eine interne Überprüfung brachte den ausgeklügelten Finanzbetrug ans Licht, der die Modekette Kiabi schwer getroffen hat. Das Unternehmen bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass alles daran gesetzt werde, die verschwundenen Gelder zurückzuerhalten. Dabei versicherte Kiabi, dass die finanzielle Stabilität des Unternehmens trotz des enormen Schadens nicht gefährdet sei.
Bereits vor etwa einem Jahr soll die damals noch amtierende Finanzverantwortliche die Millionensumme auf ein eigens eingerichtetes Konto bei einer ausländischen Bank transferiert haben, angeblich um diese als Geldanlage zu nutzen. Bei einem Versuch der Modekette im Juli dieses Jahres, auf das Geld zuzugreifen, bemerkte man das Fehlen der Summe.
Die Ermittler der Zentralstelle zur Bekämpfung der schweren Finanzkriminalität führten die riesige Unterschlagung rasch auf die ehemalige Finanzchefin zurück, die inzwischen in der Luxusgüterbranche in Florida tätig sei. Ihr ausschweifender Lebensstil, den sie großzügig in den sozialen Medien präsentierte, half den Fahndern bei ihrer Spurensuche. Sie wussten daher von einer kürzlichen Party auf der griechischen Insel Mykonos und ihrem anschließenden Flug mit einem Privatjet von Italien nach Korsika. Bei ihrer Festnahme fanden die Beamten Schmuck und Luxusgüter im Wert von über 500.000 Euro in ihrem Gepäck, wie France Info weiter berichtete.

