Finanzmärkte in Turbulenzen: DAX und Dow Jones im freien Fall
Die Finanzwelt steht unter Schock: Die Einführung eines massiven US-Zollpakets sowie Chinas Ankündigung von Gegenzöllen haben weltweit zu heftigen Kursverlusten geführt. Auch der deutsche Aktienmarkt blieb davon nicht verschont. Der DAX beschleunigte seine verlustreiche Abwärtsbewegung am Freitag und schloss um 3,71 Prozent niedriger bei 20.903 Punkten. Damit büßte der Index innerhalb von nur zwei Tagen beeindruckende 1.500 Punkte ein und schloss seine bedeutsame Aufwärtsrally, die seit Mitte Dezember andauerte, abrupt ab.
Die europäischen Märkte, die bereits am Morgen deutliche Verluste vermeldeten, folgten den asiatischen Vorbildern, die ihren Handelstag ebenfalls im Roten beendeten. Spätestens am Mittag, als Peking ankündigte, am 10. April Gegenzölle in Höhe von 34 Prozent auf US-Importe zu erheben, beschleunigte sich der Abwärtstrend. Auch der Dow Jones in New York konnte sich der globalen Negativdynamik nicht entziehen und fiel im frühen Handel um 2,40 Prozent auf 39.587 Punkte.
Besonders anfällig erwiesen sich die Preise für Energierohstoffe. Sowohl Rohöl aus der Nordsee als auch US-Rohöl gerieten weiter unter Druck und notierten auf dem niedrigsten Stand seit 2021. Seit Verkündung des Zollpakets hat sich der Preis für Brent-Öl um über zehn Dollar pro Barrel verringert und wurde kürzlich bei 65,43 Dollar gehandelt.
Ebenso bemerkenswert reagierte der Markt für europäisches Erdgas: Der TTF-Terminkontrakt für die nächstmonatige Lieferung fiel auf 35,15 Euro je Megawattstunde, einem Rückgang um etwa zehn Prozent und dem tiefsten Stand seit September des Vorjahres. In der Flucht vor riskanten Investments wechselten Investoren vermehrt in sichere Anlagen wie Staatsanleihen, wobei deutsche Bundesanleihen besonders gefragt waren. Die Kurse in der zehnjährigen Laufzeit stiegen an, was die Rendite auf 2,52 Prozent sinken ließ. Zur Mitte des vergangenen Monats notierten dieselben Anleihen noch knapp unter einer Rendite von drei Prozent, bewegten sich aber nun wieder auf einem Niveau, das vor dem finanzpolitischen Eingriff von Union und SPD erreicht worden war.

