Finanzierung des Deutschlandtickets weiterhin unsicher
Das Deutschlandticket steht erneut vor einer finanziellen Bewährungsprobe. Obwohl das Bundeskabinett kürzlich eine Gesetzesänderung auf den Weg brachte, die eine fortgesetzte Unterstützung des Bundes bis 2026 mit 1,5 Milliarden Euro vorsieht, bleibt die Frage ungeklärt, wie die erwarteten Mehrkosten gestemmt werden können. Oliver Krischer, Verkehrsminister Nordrhein-Westfalens, betonte, dass die Bundesmittel nicht ausreichen, um den Preis des Tickets stabil zu halten.
Eine komplexe Verhandlungsrunde zwischen Bund und Ländern steht bevor. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sowie der Deutsche Städtetag mahnen zur Dringlichkeit, die Finanzierungslücke zu schließen. Im Vorjahr belief sich der Gesamtverlust für das Ticket auf etwa 3,5 Milliarden Euro, während die bereitgestellten Mittel des Bundes und der Länder bei 3 Milliarden Euro stagnieren.
Die Diskussionen drehen sich nicht nur um kurzfristige finanzielle Lösungen. Es wird über einen langfristigen Preismechanismus verhandelt, der ab 2026 moderate Erhöhungen des Ticketpreises regulieren soll. Trotz der prekären Haushaltslage der Länder fordert Niedersachsen einen dauerhaften Finanzierungsplan, um jährliche Preiserhöhungen zu vermeiden.
Kommt es nicht zu einer Einigung, droht den Fahrgästen eine erneute Preiserhöhung. Dies würde der Koalitionsaussage widersprechen, die eine Preisstabilität im Koalitionsvertrag verankert hat. Zudem könnte die Unsicherheit auch den Erfolg des Jobtickets beeinträchtigen, welches bislang ein erhebliches Potenzial aufweist, jedoch aufgrund fehlender Zusagen stagniert.

