Filialsterben beschleunigt sich: Deutsche Banken im Umbruch
Die Zahl der Bankfilialen in Deutschland schrumpft weiter mit rasantem Tempo. Wie die Deutsche Bundesbank vermeldet, sank die Zahl der Bankstandorte im letzten Jahr um beachtliche 1.631 Zweigstellen und damit um 8,4 Prozent auf nunmehr 17.870. Dieser Trend wird durch das immer beliebter werdende Online-Banking und die schwache Ertragslage der Banken in der Niedrigzinsphase befeuert, was die Unternehmen zu einer verstärkten Bündelung auf das weniger personalintensive Online-Geschäft bewegt.
Insbesondere die Großbanken haben ihre Präsenz in der Fläche massiv verringert. Von ihnen wurden insgesamt 1.280 Filialen geschlossen, während bei den Sparkassen lediglich 178 Zweigstellen betroffen waren. Die genossenschaftlichen Banken reduzierten ihre Standorte um 186. Obwohl sie selbst einige Standorte schließen mussten, bleiben die Sparkassen mit 6.926 Standorten der größte Filialanbieter im Land. Dies macht einen Marktanteil von 38,8 Prozent aus und platziert sie vor den Volks- und Raiffeisenbanken mit 6.402 Filialen. Die Großbanken, zu denen auch die Deutsche Bank mitsamt der übernommenen Postbank zählt, verfügten Ende 2024 über nur noch 3.292 Zweigstellen.
Auch die Gesamtzahl der Kreditinstitute verzeichnete einen Rückgang. Die Deutsche Bundesbank registrierte 1.368 Institute zum Jahresende, was einem Rückgang um 35 entspricht. Besonders genossenschaftliche Banken setzten verstärkt auf Fusionen, wobei 25 dieser Fusionen etwaigen Schließungen entgegenwirkten. Gegenüber standen zehn neue Markteintritte, die hauptsächlich von ausländischen Banken stammen, welche neu in Deutschland aktiv wurden.

