Feiertagsdebatte: Anspruch und Wirklichkeit im Lichte der Wirtschaft

In der jüngsten Diskussion um Feiertage, die im Jahr 2026 auf Wochenenden fallen, sieht Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), keine zielführende Debatte. Sein Urteil lautet klar: Solche Diskussionen seien wenig mehr als bloße Gedankenspiele ohne greifbare wirtschaftliche Substanz. Zugleich erachtet er auch den Vorschlag, Feiertage ganz abzuschaffen, als wenig sinnvoll. Wichtiger sei die stetige Verbesserung der Arbeitsqualität und der Produktivitätssteigerung pro Arbeitsstunde, betont Fratzscher.
Besonders im Jahr 2026 werden Feiertage wie der Tag der Deutschen Einheit und der zweite Weihnachtsfeiertag an einem Samstag begangen. Diese Tatsache sorgt für Unmut bei Politikern von Linken und Grünen, die einen Ersatz in der Arbeitswoche fordern und sich dabei auf andere Länder berufen. Entgegen dieser Forderung stellt sich die Union, vertreten durch Gitta Connemann, die argumentiert, dass ein Feiertag den Produktionsausfall eines Milliardenbetrags nach sich zieht.
Fratzscher rechnet durch die wegfallenden Feiertage im Jahr 2026 mit einem Wirtschaftswachstum von etwa 0,3 Prozent. Im Gegenzug sinkt jedoch die Leistung, wenn Feiertage an Werktagen fallen, um einen ähnlichen Prozentsatz. Für den Ökonomen weist dies deutlich darauf hin, dass eine solche Diskussion die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands nicht bewältigen kann. Stattdessen empfiehlt Fratzscher verstärkte staatliche Investitionen und eine verstärkte Qualifizierung der Beschäftigten durch die Unternehmen, um die Arbeitsqualität substanziell zu verbessern.

