Fed unter Druck: Jerome Powells Rede belastet den US-Dollar
Die jüngsten Äußerungen von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Notenbank, setzen den US-Dollar erheblich unter Druck. Mit der Aussicht auf mögliche Leitzinssenkungen zeigte der Dollar Schwäche gegenüber allen bedeutenden Währungen. Der Euro verzeichnete einen bemerkenswerten Anstieg und wurde zuletzt bei 1,1717 Dollar gehandelt. Noch am Morgen lag sein Kurs unter 1,16 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1608 Dollar fest, ein Rückgang im Vergleich zum Vortag.
Powell signalisierte in seiner Rede offen eine Neuausrichtung der Geldpolitik angesichts der aktuellen weltwirtschaftlichen Risiken. Auch die schwachen Arbeitsmarktdaten flossen in seine Überlegungen mit ein. Christoph Balz, Volkswirt bei der Commerzbank, berichtete, dass Powell auf eine möglicherweise baldige Zinssenkung vorbereitet sei, jedoch mit vorsichtiger Herangehensweise. Eine Reduktion von 0,25 Prozentpunkte im September sowie ein weiterer Schritt im Dezember sind laut Balz potenzielle Szenarien.
Die Möglichkeit einer Zinsreduktion im September bleibt unter Ökonomen umstritten. Elmar Völker von der LBBW sieht die Fed gefangen zwischen den gegensätzlichen Kräften der Inflation, angeheizt durch die US-Zollpolitik, und den enttäuschenden Zahlen vom US-Arbeitsmarkt für Juli. Währenddessen zeigen die jüngsten Daten, dass die deutsche Wirtschaft stärker geschrumpft ist als ursprünglich angenommen, was sich jedoch nicht auf dem Devisenmarkt niederschlug. Der Handelskonflikt mit den USA hinterlässt tiefere Spuren in der deutschen Exportwirtschaft, beschreibt Dirk Schumacher von der KfW.
Unterdessen gab die EZB die Referenzkurse für den Euro gegenüber anderen bedeutenden Währungen bekannt: 0,86530 britische Pfund, 172,60 japanische Yen und 0,9383 Schweizer Franken. Der Goldpreis erlebte ebenfalls einen Anstieg und notierte am Nachmittag in London bei 3.371 Dollar je Feinunze, ein Plus von 33 Dollar im Vergleich zum vorherigen Tag.

