Die anhaltende Stärke des Bargelds im digitalen Zeitalter
Trotz des omnipräsenten Trends zu digitalem Bezahlen bleibt Bargeld in Deutschland ein verlässlicher Alltagsbegleiter. Eine inklusive Studie der Bundesbank, die auf mehr als 2.000 Testkäufen basiert, zeigt, dass Scheine und Münzen im Einzelhandel, der Gastronomie und bei Dienstleistungen nahezu uneingeschränkt akzeptiert werden. Nur in Einzelfällen wurde der Bargeldzahlung aufgrund fehlenden Wechselgelds oder defekter Kassen ein Riegel vorgeschoben. Problematisch sind vor allem Automaten und Selbstbedienungskassen, etwa an Tankstellen, wo Bargeld seltener angenommen wird.
Lediglich im Kontext staatlicher Behörden gab es Lücken: In 8 von 30 Testfällen war eine bargeldbasierte Zahlung von Standarddienstleistungen wie Personalausweis- oder Kfz-Zulassungen nicht möglich. Dies lässt die Bundesbank zu dem Schluss kommen, dass die Akzeptanz von Bargeld als Zahlungsmittel in diesem Bereich nur eingeschränkt ist. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung von Bargeld als universelles Zahlungsmittel, besonders in einem Land, das historisch stark auf physische Währung setzt.
Zwischen Mai und August dieses Jahres wurden diese Experimente in sämtlichen Bundesländern und verschiedenen urbanen wie ländlichen Regionen durchgeführt. Die durchschnittlichen Ausgaben bei den Testkäufen beliefen sich auf 11,98 Euro, bei Beträgen zwischen 19 Cent und 179 Euro. Im öffentlichen Nahverkehr wiederum zeigten sich die Testergebnisse als uneingeschränkt positiv: Hier konnte Bargeld stets eingesetzt werden, sei es an der Haltestelle oder direkt im Bus.

