Facharzttermine in der Warteschlange: Neue Debatte über effiziente Versorgung
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert Ärzte auf, ihrer vertraglichen Verpflichtung von 25 Stunden pro Woche für Kassenpatienten nachzukommen, um die Facharztversorgung zu verbessern. Vorstand Eugen Brysch betont, dass die Patienten nicht als Lösung für überlastete Krankenhäuser herhalten dürften. Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte eine Termingarantie gefordert, die alternative Behandlung in Krankenhäusern einschließt, wenn innerhalb von vier Wochen kein Facharzttermin verfügbar ist. Laut Brysch ist das jedoch unrealistisch, da auch Krankenhäuser mit langen Wartezeiten kämpfen und die Notaufnahmen überfüllt sein könnten.
Während eine engere Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung wünschenswert bleibt, kritisiert Brysch, dass trotz erheblicher finanzieller Investitionen die Terminvergabe nicht beschleunigt wurde. Die regionale Verteilung der Arztpraxen sei entscheidend, wobei die Mindestanforderungen für Fachärzte klar geregelt sind. Beispielsweise müssen bestimmte Fachärzte wöchentlich offene Sprechstunden gewährleisten.
Für Kassenpatienten bieten Terminservicestellen die Möglichkeit, innerhalb von vier Wochen einen Arzttermin zu erhalten, vorausgesetzt, ein Dringlichkeitscode ist vorhanden. Die Wartezeit auf Facharztbesuche ist jedoch durchschnittlich auf sechs Wochen angestiegen, wie das Bundesgesundheitsministerium berichtet. Eine Reform soll künftig den Erstkontakt über die Hausarztpraxis regeln, um unnötige Facharztbesuche zu vermindern.
Brysch hatte in der Vergangenheit Kassenärzten vorgeworfen, bevorzugt Privatpatienten zu behandeln, was von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zurückgewiesen wurde. Der Vorstoß zur effizienteren Versorgung bleibt ein zentraler Punkt der gesundheitspolitischen Debatte.

