EZB-Direktorin Isabel Schnabel sieht leichte Inflationsrisiken bei Wirtschaftserholung
Die Direktorin der Europäischen Zentralbank, Isabel Schnabel, hat auf subtile Inflationsgefahren in der Eurozone hingewiesen, die mit einer erholten konjunkturellen Lage einhergehen könnten. Ihrer Einschätzung nach entwickelte sich die Wirtschaft positiv, während die Produktionslücke sich verringert. Ein bedeutender fiskalischer Schub sei zu erwarten, der als Motor der wirtschaftlichen Belebung fungiere. Diese Faktoren tragen insgesamt zu einem leichten Aufwärtstrend bei den Risiken für die Preisentwicklung bei.
Dennoch beruhigte Schnabel und betonte, dass keine Panik wegen eines drastischen Anstiegs der Inflation angebracht sei. Es sei unwahrscheinlich, dass der Trend der abnehmenden Inflation in den nächsten Monaten anhält. Insbesondere der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln sei 'ziemlich stark', was eine Herausforderung darstellen könnte.
Im Oktober hatte sich die Inflation in der Eurozone abgeschwächt, der Wert sank von 2,2 auf 2,1 Prozent. Damit liegt die Teuerung geringfügig über der von der EZB angestrebten Marke von mittelfristig zwei Prozent. Der Anstieg der Preise für Lebens- und Genussmittel hatte sich bemerkbar abgeschwächt, was zur Entspannung beitrug.
Bei ihrer letzten Zinsentscheidung Ende Oktober änderte die Notenbank den Leitzins nicht, der maßgebliche Einlagensatz blieb bei 2,0 Prozent. Auch für die letzte Zinssitzung der EZB im Dezember erwarten die Finanzmärkte keine Anpassung der Leitzinsen.

