Explosive Teuerung: Türkische Inflation erklimmt neue Höhen mit 64,8 Prozent

Ein wirtschaftliches Beben erschüttert die Türkei, und es trägt den Namen Inflation. Im Dezember erreichte die Teuerungsrate im Land am Bosporus beeindruckende 64,77 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt kürzlich bekannt gab.

Ein alarmierender Anstieg von 2,79 Prozentpunkten im Vergleich zum bereits hohen Wert im November.
Preisexplosion in Hotels und Restaurants
Insbesondere die Preise für Hotels und Restaurants sorgten vor dem Jahreswechsel für einen regelrechten Preisauftrieb. Der ohnehin teure Besuch von gastronomischen Einrichtungen und Übernachtungen in Hotels verteuerte sich weiter, was die Teuerung weiter vorantreibt. Doch nicht nur die Bürger spüren die steigenden Kosten, auch die Lira selbst leidet unter einem drastischen Wertverlust.
Die Lira schwächelt – Importe verteuern sich
Die Landeswährung Lira verlor allein im vergangenen Jahr beeindruckende 37 Prozent ihres Werts gegenüber dem Dollar. Diese Schwäche führt dazu, dass Importe spürbar teurer werden.

Zinserhöhungen als zahnloser Tiger
Trotz bemerkenswerter Maßnahmen der Zentralbank, die ihren Leitzins im Jahr 2023 von 8,50 auf erschreckende 42,50 Prozent anhob, bleibt die Inflation auf Rekordniveau. Die drastische Zinserhöhung sollte der Teuerung Einhalt gebieten, doch die Realität zeigt sich wenig beeindruckt von den Bemühungen der Zentralbank.
Mindestlohnexplosion und ihre Folgen
Ein weiterer Faktor, der die Inflation antreibt, ist die überraschende Anhebung des Mindestlohns. Arbeitsminister Vedat Isikhan kündigte an, dass der monatliche Mindestlohn im neuen Jahr auf 17.002 Lira (519 Euro) steigen wird – eine Erhöhung um satte 49 Prozent im Vergleich zum im Juli festgelegten Niveau.

Inflationswelle durch Mindestlohnsteigerung
Experten warnen vor einer neuen Inflationswelle, die durch die drastische Anhebung des Mindestlohns ausgelöst wird.
Berke Icten, Vorsitzender des türkischen Verbands der Schuhhersteller, prognostiziert einen Anstieg der Preise um mindestens 25 bis 30 Prozent.
Die Inflationsrate könnte im ersten Halbjahr 2024 sogar die beunruhigende Marke von 70 Prozent erreichen, so die Einschätzung anonymer Ökonomen.
Trotz dieser beeindruckenden Lohnsteigerung droht der inflationsbereinigte Mindestlohn Mitte des Jahres zu sinken, wenn keine weiteren Erhöhungen erfolgen. Eine Herausforderung für die türkische Wirtschaft, die bereits unter den Auswirkungen von Inflation und Währungsabwertung leidet.

