Europäische Diplomatie im Fokus: Laschet sieht Chance auf Frieden in Ukraine

Laut dem CDU-Außenpolitiker Armin Laschet stehen Europäer nach den jüngsten Gesprächen in Berlin einem möglichen Frieden in der Ukraine so nah wie nie zuvor. In einem Interview äußerte Laschet, dass jetzt entscheidend sei, ob die entwickelten Ideen zu einem Durchbruch führen. Europa müsse von nun an in eine aktivere Rolle schlüpfen, anstatt auf Impulse von den USA zu warten. Laschet kritisierte die bisher passive Haltung der Europäer, da sie häufig keine eigenen Pläne vorgelegt hätten, sondern lediglich auf US-Vorschläge reagierten. Dies wäre bei Konflikten wie der Washington-Reise europäischer Regierungschefs nach dem Alaska-Gipfel mit Russland der Fall gewesen. Nun jedoch sieht er eine Chance zum Wandel: Europa muss selbst an den Verhandlungstisch zurückkehren.
Ein wiederkehrendes Problem sei laut Laschet das Fehlen europäischer Gesprächstkanäle mit Russland. Er bemängelt, dass Europa darauf angewiesen sei, die USA als Vermittler zu nutzen, und fordert mehr Eigenständigkeit und direkte Informationskanäle. Auch angesichts anderer internationaler Konflikte, wie in Belarus und dem Nahen Osten, sieht Laschet Europa im Schatten der US-Diplomatie agieren.
Nicht zuletzt unterstreicht Laschet den Verdienst von Kanzler Friedrich Merz, der Deutschland in eine vermittelnde Rolle manövriert habe. Diese neue Position könne Europa dabei helfen, wieder als einflussreicher Akteur auf der weltpolitischen Bühne wahrgenommen zu werden. Die notwendige Souveränität im diplomatischen Bereich verlangt einen aktiveren europäischen Einsatz in internationalen Angelegenheiten, wie es früher der Fall war.

