Europaweit gedämpfte Börsenstimmung: Wiener ATX im Minus
An den europäischen Börsen zeichnete sich am Freitag ein verhaltener Trend ab, wobei insbesondere die Wiener Börse unter Druck stand. Der österreichische Leitindex ATX schloss mit einem Minus von 0,64 Prozent auf 4.789,17 Punkten, was auf Wochensicht einen Rückgang von 1,3 Prozent bedeutet. Der breitere ATX Prime verlor zugleich 0,53 Prozent und fiel auf 2.384,30 Zähler. Während in Europa die frühen Verluste noch gedämpft werden konnten, zeigten sich die US-Börsen nach einem anfänglichen Rückschlag wieder stabiler. Insbesondere die US-Technologiebranchen hatten nach enttäuschenden Reaktionen auf Nvidia-Zahlen in eine positive Richtung gedreht, was jedoch nur kurzfristig Abhilfe schaffte, da die Bedenken über hohe Bewertungen und Investitionen in den KI-Sektor bestehen blieben.
Ein weiterer wichtiger Punkt an den Kapitalmärkten war die laufende Diskussion über einen US-initiierten Friedensplan für die Ukraine. Dabei bemüht sich Präsident Wolodymyr Selenskyj um konstruktive Gespräche mit den USA, ohne jedoch seine nationalen Interessen zu gefährden.
Börsentechnisch wurden in Wien besonders die Papiere hart getroffen, die bislang starke Jahresgewinne verzeichnet hatten. AT&S büßte zwei Prozent ein, während Strabag, Voestalpine und Porr zwischen 1,2 und 3,8 Prozent verloren. Auch Bankenwerte wie Erste Group und BAWAG mussten Rückgänge von bis zu 0,7 Prozent hinnehmen. Dagegen konnten RBI-Aktien um ein Prozent zulegen und auch UNIQA-Papiere verzeichneten ein Plus von 2,2 Prozent.
Analyst Michael Huttner von Berenberg hält die Bewertung im Hinblick auf das erwartete Wachstumsprofil der UNIQA für attraktiv und bekräftigte die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 16,10 Euro. Weitere Analystenbewertungen standen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Oddo BHF bewertete DO&CO mit 'Outperform' und setzte ein Kursziel von 240 Euro, während die Aktie bei 180 Euro verharrte. Bei der Post bestätigte die Erste Group ihre Halteempfehlung, reduzierte jedoch das Kursziel auf 31,0 Euro. Nach Einschätzung der Analysten entsprachen die jüngsten Zahlen den Erwartungen, jedoch wird für 2025 mit einem geringeren Umsatz und Betriebsergebnis gerechnet, was die Aktie um ein Prozent auf 29,60 Euro nachgab.

