Europas Agrarpolitik unter Beschuss: Verbände warnen vor Rückschritten
In einem eindringlichen Appell schlägt ein Bündnis aus Umwelt-, Agrar- und Tierschutzorganisationen Alarm und warnt vor einem möglichen Rückschritt in der deutschen und europäischen Agrarpolitik. Olaf Bandt, Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), äußerte sich besorgt darüber, dass in den letzten Jahrzehnten mühsam erreichte Fortschritte in Bereichen wie Naturschutz, Tierwohl und nachhaltige Landwirtschaft bedroht sein könnten. Der Abbau von Errungenschaften würde vor allem jene Betriebe hart treffen, die frühzeitig in ökologische Bereiche investiert haben.
Der Schwerpunkt der Kritik liegt auf den EU-Plänen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028. Besonders bemängelt wird das Fehlen eines festen Mindestbudgets für Gemeinwohlleistungen wie Klimaschutzmaßnahmen. Bandt forderte dringend verlässliche Regeln zum Schutz von Natur, Klima, Tierwohl und bäuerlichen Strukturen, betonte aber zugleich die Stärke der europäischen Landwirtschaft durch Qualität und Regionalität, statt auf kostengünstige Massenproduktion zu setzen. Auch Katrin Jürgens, Geschäftsführerin des Bündnisses, unterstrich die Dringlichkeit nachhaltiger und zukunftsfähiger Landwirtschaftsstrategien angesichts politischen Gegenwinds.
Im "Kritischen Agrarbericht", der heute unter dem Motto "Wandel & Widerstand" veröffentlicht wurde, richtet das Bündnis 50 Forderungen an die Agrarpolitik. Die Veröffentlichung dieses Berichts, der seit 1993 jährlich erscheint, stellt einen dringenden Aufruf an die Politik dar, die Weichen für die Landwirtschaft der Zukunft neu zu stellen. Das Bündnis vereint 25 Verbände aus verschiedenen Bereichen wie Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz sowie Verbraucherinteressen.

