Europäische Staatsanleihen unter Druck: Aktienmärkte auf Höhenflug

Zum Wochenbeginn gerieten deutsche Staatsanleihen unter erneuten Abgabedruck, nachdem sie bereits am Freitag leichte Verluste verzeichnet hatten. Der Euro-Bund-Future, der als Barometer für den Anleihenmarkt dient, verringerte sich am Montag um 0,12 Prozent und notierte bei 128,08 Punkten. Parallel dazu legte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen zu und erreichte 2,86 Prozent. Der Rückgang der Anleihekurse war nicht auf Deutschland beschränkt. Europaweit waren die Staatsanleihen von einer schwächeren Nachfrage betroffen.
Ein entscheidender Faktor dafür waren die starken Gewinnaussichten an den europäischen Aktienmärkten, die von positiven Impulsen der internationalen Börsenlandschaft beflügelt wurden. In Tokio konnte der Nikkei-225 anlässlich eines signifikanten Wahlsieges der Regierungspartei sogar ein Rekordhoch verzeichnen, was die Attraktivität der als sicher geltenden Staatsanleihen weiter minderte.
Zusätzlicher Druck auf den Anleihenmarkt kam von einer Nachricht der Agentur Bloomberg. Chinesische Offizielle sollen laut vertrauter Quellen ihre Banken dazu aufgefordert haben, den Erwerb von US-Staatsanleihen einzuschränken. Finanzinstitutionen mit umfangreichen Beständen an US-Treasuries seien angewiesen worden, ihre Positionen zu reduzieren. Diese Entwicklung führte zu einem Nachfragerückgang bei amerikanischen Staatsanleihen, wodurch auch der europäische Anleihenmarkt beeinträchtigt wurde.

