Europäische Aktienmärkte trotz geopolitischer Spannungen auf Kurs
In einem Umfeld geopolitischer Unsicherheit haben Europas wichtigste Aktienmärkte in der ersten vollständigen Börsenwoche des neuen Jahres mehrheitlich an Fahrt gewonnen. Dies folgt auf die jüngsten Aktivitäten der USA in Venezuela, bei denen der umstrittene Präsident Maduro aus seinem Amt enthoben und außer Landes gebracht wurde. Diese Intervention führte weltweit zu Kritik, insbesondere seitens der Großmächte Russland und China, die diplomatisch Einwände erhoben.
Der EuroStoxx 50 setzte seine beeindruckende Aufwärtsbewegung fort und erreichte zu Handelsbeginn ein neues Rekordhoch. Der führende Index der Eurozone lag zuletzt 0,6 Prozent im Plus bei 5.885 Punkten. Bereits zum Jahresende 2025 konnte der EuroStoxx 50 eine Rendite von über 18 Prozent verzeichnen, was als bemerkenswerter Erfolg gilt.
Abseits der Eurozone zeigten sich die Börsen uneinheitlich. Der FTSE 100, das britische Börsenbarometer, verzeichnete einen moderaten Anstieg von 0,1 Prozent auf 9.962 Punkte, nachdem er am Freitag erstmals historisch die 10.000-Punkte-Marke überschritten hatte. Der Schweizer SMI hingegen verzeichnete einen Rückgang um 0,8 Prozent, verblieb jedoch nah an seinem vorweihnachtlichen Rekordhoch.
Besonders gefragt waren Rohstoffaktien, die von der erhöhten politischen Spannung nach dem US-Einsatz in Venezuela profitierten. Insbesondere Gold- und Silberpreise zogen deutlich an. Auch im Ölsektor waren deutliche Kursgewinne zu verzeichnen, die auf die Instabilität im ölreichen Venezuela zurückzuführen sind.
Unter Druck gerieten dagegen die Papiere von Rückversicherern. Analysen zeigen auf, dass die bevorstehende Vertragserneuerungsrunde im Januar zu zusätzlichem Preisdruck führen könnte. Swiss Re war mit einem Kursverlust von 4,0 Prozent der schwächste Wert im SMI.
Bei den Technologiesektoren stiegen die Aktien von ASML auf ein neues Rekordhoch von über 1.030 Euro, getrieben von einer positiven Einschätzung durch Bernstein Research. Das US-Analysehaus hob die Bewertung von "Market-Perform" auf "Outperform" an und erhöhte das Kursziel signifikant auf 1.300 Euro - ein Zeichen des anhaltenden Optimismus bezüglich des DRAM-Produktzyklus.
Airbus konnte ebenfalls zulegen, mit einem Anstieg der Aktien um 1,7 Prozent. Laut einem Bloomberg-Bericht hat der Flugzeugbauer im vergangenen Jahr die Zahl von 793 ausgelieferten Maschinen erreicht, was leicht über dem revidierten Ziel lag. Diese Entwicklung wird als Vertrauensbeweis in die Führungsqualitäten von Vorstandschef Guillaume Faury gewertet.

