Europäische Aktienmärkte mit deutlichem Aufschwung dank deutscher Investitionspläne
Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnet und damit die Schwäche des Vortages erfolgreich überwunden. Ein wesentlicher Faktor für diesen Aufwärtstrend sind die angekündigten Investitionspläne der deutschen Regierung im Bereich Infrastruktur und Rüstung.
Diese Vorhaben umfassen unter anderem die Lockerung der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben sowie die Einrichtung eines Sondervermögens für Infrastruktur in Höhe von 500 Milliarden Euro. Der Bundestag wird voraussichtlich zügig über diese Änderungen entscheiden.
Am Mittag konnte der EuroStoxx 50 einen Anstieg von 2,2 Prozent auf 5.505,80 Punkte verzeichnen. Auch außerhalb der Eurozone entwickelten sich die Märkte positiv: Der Schweizer SMI stieg um 0,69 Prozent auf 13.096,47 Zähler, während der britische FTSE 100 um 0,55 Prozent auf 8.806,89 Punkte zulegte.
Laut UBS-Experten Maximilian Kunkel könnte das entschlossene Vorgehen der neuen deutschen Regierung das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern erheblich stärken. Gleichzeitig könnten weitere Zinssenkungen der EZB die privatwirtschaftlichen Ausgaben ankurbeln, noch bevor fiskalpolitische Maßnahmen ihre volle Wirkung entfalten.
Diese Entwicklungen könnten ein dringend benötigter Gegenpol zu den Unsicherheiten der US-Handelspolitik sein. Infrastrukturbezogene Aktien, wie Saint-Gobain und Holcim, verzeichneten starke Zugewinne.
Auch Aktien von Bahnzulieferern zeigten eine erhöhte Nachfrage. Die Autosektoren erholten sich ebenfalls aufgrund der Optimismen über konjunkturelle Impulse, mit besonders beachtlichen Gewinnen bei Renault. Während die Rally der Rüstungswerte etwas ins Stocken geriet, machte die Aktie von Thales eine Ausnahme und stieg über sechs Prozent an.
Analyst Robert Czerwensky von der DZ Bank hob die Aktie von "Halten" auf "Kaufen" an und betonte, dass angesichts der neuen Entwicklungen in der europäischen Rüstungsindustrie positive Jahreszahlen fast untergegangen seien. Am unteren Ende der Skala waren defensive Aktien zu finden, die am Vortag noch stark gefragt waren.
Immobilienwerte litten unterdessen unter den steigenden Anleiherenditen, was den zinssensitiven Titeln zusetzte.

