Europa schwitzt: Klimaextreme und Rekordwerte alarmieren
Die klimatischen Entwicklungen in Europa zeigen ein zunehmend besorgniserregendes Bild: Während der Westen im Vergleich zu früheren Jahren mit besonders nassen Bedingungen zu kämpfen hatte, waren Trockenheit und Hitze im Osten vorherrschend. In vielen zentralen Regionen Europas, darunter auch Deutschland, wurden Rekordtemperaturen gemessen. Dies geht aus dem kürzlich veröffentlichten Zustandsbericht zum Klima in Europa 2024 hervor, erarbeitet von Copernicus, dem Klimawandeldienst der EU, in Zusammenarbeit mit der Weltwetterorganisation (WMO). Die Wetterkapriolen des Jahres 2024 forderten ihren Tribut mit mindestens 335 Todesopfern und weit über 400.000 betroffenen Personen durch Stürme und Überschwemmungen.
Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass Europa als Kontinent sich am schnellsten erwärmt. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Ein großer Teil Europas grenzt an die sich außergewöhnlich schnell erwärmende Arktis; zudem begünstigen atmosphärische Zirkulationsveränderungen, gekoppelt mit einem Rückgang der Aerosole, eine Zunahme sommerlicher Hitzewellen. Diese Entwicklungen sorgten für extrem unterschiedliche Witterungsbedingungen in Europa: Während Westeuropa eines der regenreichsten Jahre seit Jahrzehnten erlebte, kämpfte der Osten mit extremer Trockenheit.
Die Hitzewellen waren in Südosteuropa besonders hartnäckig, und auch die Zahl tropischer Nächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad fallen, erreichte Rekordwerte. Die Meere zeigen ebenfalls eine klare Tendenz zur Erwärmung, was auch das Mittelmeer betrifft. Die jüngsten extremen Niederschläge führten in Valencia und anderen Teilen Europas zu schweren Überschwemmungen.
Experten drängen zu sofortigen Maßnahmen gegen den Klimawandel. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung betont die Bedeutung des Ausbaus erneuerbarer Energien, während Celeste Saulo von der WMO die Risiken weiterer Temperaturanomalien hervorhebt und die rasche Umsetzung der europäischen Klimaziele fordert. Jede weitere Erhöhung der Durchschnittstemperatur könnte schwerwiegende Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft nach sich ziehen.

