Euro verliert weiter an Boden – US-Dollar bleibt stark
Der Euro befindet sich weiter auf Talfahrt und hat seine Verluste fortgesetzt. Grund für die Schwächung sind die jüngsten Kommentare des US-Notenbankchefs Jerome Powell, die den US-Dollar stützten. Der aktuelle Wechselkurs liegt bei 1,1574 US-Dollar, nachdem der Euro am Morgen noch über der Marke von 1,16 notiert hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1550 Dollar fest, was einen Rückgang gegenüber dem Vortag bedeutet. Damit kostet ein Dollar nun 0,8658 Euro.
Powell schmälerte jüngst die Erwartungen auf eine Zinssenkung im Dezember, was den Dollar beflügelte. Er betonte, dass eine weitere Senkung des Leitzinses keineswegs sicher sei, obwohl viele Analysten damit gerechnet hatten. Innerhalb des geldpolitischen Rats der Fed gibt es unterschiedliche Meinungen zur Entscheidung im Dezember.
Die Zinspolitik der EZB am Donnerstag hatte hingegen kaum Einfluss auf den Devisenmarkt. Wie erwartet, bleibt der Einlagenzins unverändert. Christine Lagarde, Präsidentin der EZB, sprach ebenfalls von keiner bevorstehenden Senkung des Leitzinses. Die Notenbank sei gut aufgestellt, so Lagarde.
Laut Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, sind Vorhersagen über Zinssenkungen reine Spekulation. Ein wirtschaftlicher Einbruch oder eine Kreditklemme seien aktuell nicht in Sicht, weswegen die EZB bis Jahresende keine großen Kursänderungen plant. Im dritten Quartal hat die Eurozone ein leicht stärkeres Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal erzielt, angeführt von Frankreich und Spanien, während Deutschland und Italien stagnieren.
Die EZB stellte auch die Referenzkurse für den Euro zu anderen wichtigen Währungen fest: 0,8801 britische Pfund, 178,37 japanische Yen und 0,9281 Schweizer Franken. Der Goldpreis stieg deutlich an und erreichte 3.998 Dollar pro Feinunze, ein Anstieg von 69 Dollar im Vergleich zum Vortag.

