Euro unter Druck: Israels Militäraktionen gegen Iran beeinflussen Devisenmärkte
Die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und Iran haben am Freitag zu einer spürbaren Bewegung auf den Devisenmärkten geführt. Der Euro, der in der Nacht noch über der Marke von 1,16 US-Dollar gehandelt wurde, sank im Zuge der Entwicklungen auf 1,1535 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs gar auf 1,1512 US-Dollar fest, während der Dollar gegenüber dem Euro nun 0,7545 Euro kostet. Der Schweizer Franken, bekannt für seine Stabilität, erfuhr nach dem Angriff an Wertzuwachs.
Israel hat mit einem großangelegten Militärschlag gegen den Iran einen neuen Krisenherd im Nahen Osten geschaffen. Laut Effie Defrin, Sprecher des israelischen Militärs, waren über 200 Kampfjets im Einsatz und mehr als 100 Ziele wurden angegriffen. Im Gegenzug startete Iran einen gescheiterten Drohnenangriff. Michael Pfister, Devisenexperte der Commerzbank, erklärt die Ereignisse als erhebliche Eskalation, die einen ausgewachsenen Krieg im Nahen Osten wahrscheinlicher macht. Sichere Anlagen dürften daher, bis zur Beruhigung der Situation, weiter profitieren.
Der Euro hatte zuvor noch von einer Schwäche des US-Dollars profitiert und war zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende 2021 angestiegen. Das Konsumklima der Universität von Michigan zeigte einen Lichtblick, indem sich die Verbraucherstimmung in den USA im Juni erholt und die Inflationserwartungen gesunken sind. Joanne Hsu, Leiterin der Umfrage, sieht die Amerikaner auf dem Weg zur Erholung von den zuvor angekündigten hohen Zöllen und der politischen Volatilität.
Die EZB legte weitere Referenzkurse auf 0,8505 britische Pfund, 165,94 japanische Yen und 0,9359 Schweizer Franken fest. Der Goldpreis stieg in London auf 3.438 Dollar pro Feinunze, was einem Anstieg von rund 52 Dollar im Vergleich zum Vortag entspricht.

