Euro unter Druck durch Unsicherheiten in den USA
Der Euro gerät ins Straucheln: Am Freitag fiel der Kurs der Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,19 US-Dollar. Auslöser für diese Schwäche war die Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als neuer Chef der US-Notenbank durch US-Präsident Donald Trump. Diese Entscheidung sorgte für erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Zinspolitik der Fed. Besonders betroffen zeigten sich die Metallmärkte, wobei sowohl Gold als auch Silber nach einer Phase der Rekordgewinne nun Verluste hinnehmen mussten.
Spürbar war der Druck auf den Euro: Die Gemeinschaftswährung wurde zuletzt nur noch zu 1,1870 Dollar gehandelt, nachdem sie am Dienstag noch bei 1,2081 Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit 2021 notiert hatte. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am selben Tag auf 1,1919 US-Dollar fest, während der Dollar 0,8389 Euro kostete. Zweifel an einer erhofften Lockerung der Geldpolitik der Fed bestehen, da Warsh lange als Befürworter höherer Zinsen galt. Kürzlich sprach er sich jedoch für Leitzinssenkungen aus.
Der Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank äußerte sich abwartend, ob Warsh tatsächlich den Forderungen Trumps nach niedrigeren Zinsen nachkommen wird. Gitzel betonte die Bedeutung der Fed und ihres Ansehens für die Stabilität des US-Finanzsystems. Trotz der Aussicht auf eine stabilitätsorientierte Geldpolitik reagierte der Devisenmarkt mit einer leichten Stärkung des Dollars. Inflationsdaten aus der Eurozone änderten wenig an dieser Entwicklung. Während die Inflationsrate in Deutschland überraschte und auf 2,1 Prozent stieg, sank sie in Spanien unerwartet stark.

