Euro taumelt zwischen Unsicherheit und Stabilität
Der Kurs des Euro konnte sich am Montag nicht auf eine klare Richtung einigen. Am Nachmittag wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,1802 US-Dollar gehandelt und blieb damit auf dem Niveau vom frühen Handelstag stabil. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1784 US-Dollar festgelegt, ein leichter Anstieg gegenüber dem Freitag. Dies bedeutete, dass der Dollar mit 0,8486 Euro beziffert wurde.
Zu Beginn der Woche lastete die Unsicherheit bezüglich der US-amerikanischen Zollpolitik erneut auf dem Dollar. Nach einem Urteil des Obersten US-Gerichtshofs gegen Teile der Zollstrategie von Präsident Donald Trump führte dieser prompt einen weiteren Zollsatz ein: 15 Prozent auf Importe aus der EU. Dieses Vorhaben basiert auf einem kürzlich unterzeichneten weltweiten Zolldekret Trumps, teilte ein hochrangiger Regierungsvertreter mit. Diese Entwicklungen schüren Zweifel unter Anlegern über die Attraktivität der USA als Investitionsmarkt und führten zu einer Zurückhaltung gegenüber dem Greenback.
Obwohl das Ifo-Geschäftsklima besser als erwartet ausfiel und die Stimmung in der deutschen Wirtschaft aufhellte, konnte der Eurokurs davon nicht nachhaltig profitieren. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, merkt an, dass die Stimmungsaufhellung noch weit von den Hochs der ersten Jahreshälfte entfernt ist. Notwendige Wirtschaftsreformen seien ausgeblieben, und Rüstungsaufträge allein könnten keinen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung herbeiführen.
Weitere Referenzkurse der EZB setzten den Euro bei 0,87340 britischen Pfund, 182,44 japanischen Yen und 0,9145 Schweizer Franken an. Auch das Gold erlebte einen Preisanstieg: Die Feinunze wurde zuletzt mit 5.197 Dollar gehandelt, was etwa 90 Dollar mehr als am Vortag entsprach.

