Euro setzt Höhenflüge fort: Fed-Ausblick dämpft Dollar
Der Euro hat jüngst seinen Aufwärtstrend fortgesetzt und erreichte im New Yorker Handel am Mittwoch den Kurs von 1,1663 US-Dollar. Damit markierte die Gemeinschaftswährung ihr höchstes Niveau seit Oktober 2021. Im Vergleich dazu hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs zuvor noch auf 1,1598 Dollar festgelegt.
Ein entscheidender Faktor für diesen Anstieg ist der Waffenstillstand zwischen Israel und dem Iran, der das Risikoempfinden der Anleger minderte und den Dollar somit unter Druck setzte. Diese Entwicklung verschaffte dem Euro zusätzliche Unterstützung.
Aufmerksamkeit erhielt am Mittwoch auch der Auftritt von Jerome Powell, dem Präsidenten der US-Notenbank Fed, im Senat. Powell betonte die Schwierigkeit, die Auswirkungen der Zölle auf die Verbraucherpreise einzuschätzen, und hob zugleich die Stärke der US-Wirtschaft hervor. Entgegen der Forderungen von US-Präsident Donald Trump signalisierte Powell allerdings keine Eile bei Zinssenkungen.
Experten der Dekabank verwiesen auf Powells Hinweis, dass ein Absenken des Leitzinses auf ein neutrales Niveau von 2,5 bis 3 Prozent möglich wäre. Der aktuelle Leitzins liegt jedoch bei 4,25 bis 4,50 Prozent. Eine zentrale Hürde für Zinssenkungen sehen die Dekabank-Analysten in den gestiegenen Inflationserwartungen aufgrund höherer Zölle. Sollten zukünftige Inflationsdaten jedoch positiv überraschen und die reziproken Zölle ab dem 9. Juli moderat ausfallen, könnten frühere und kräftigere Zinssenkungen wahrscheinlicher werden als bisher angenommen. Diese Aussicht belastet den US-Dollar weiterhin.

