Euro schwächelt weiter: Ein Spiel von Unsicherheiten und Zinsprognosen
Der Euro hat sich am Donnerstag erneut schwächer präsentiert und ist gegenüber dem US-Dollar auf 1,0847 gefallen, nachdem er am Morgen noch über der Marke von 1,09 notierte. Der Rückgang markiert den tiefsten Stand innerhalb der vergangenen Woche. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0833 US-Dollar fest. Dadurch ergab sich ein Dollarwert von 0,9231 Euro.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat keine klaren Hinweise auf den zukünftigen Kurs der Zentralbank gegeben. Aufgrund der unsicheren Lage im Bereich der Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA sei es schwierig, feste Zinsversprechungen zu machen. Laut dem Experten Jordan Rochester belasten diese Unsicherheiten den Euro trotz des im Bundestag beschlossenen Finanzpakets in Deutschland, das sonst stabilisierend wirkte.
Bereits am Mittwoch stand der Euro unter Druck, als die US-Notenbank (Fed) ihre Zinsentscheidung bekannt gab. Die Fed hat sich entschieden, ihre Zinsen unverändert zu lassen – eine Entscheidung, die so erwartet wurde und den Markt zunächst wenig beeinflusste. Obwohl die Fed für das laufende Jahr zwei kleine Zinssenkungen prognostiziert, lässt sie angesichts von Inflationssorgen durch US-Importzölle weiterhin Vorsicht walten. Dies hat dem US-Dollar gegenüber vielen anderen Währungen Auftrieb gegeben.
Auch der Schweizer Franken musste in Relation zum US-Dollar Verluste hinnehmen, selbst nachdem die Schweizerische Nationalbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt hatte. Die SNB hob zudem die Abwärtsrisiken für die Inflation hervor, was weitere geldpolitische Lockerungen nahelegt und den Franken schwächte.
Gegenüber weiteren relevanten Währungen wurden die Referenzkurse auf 0,83690 britische Pfund, 160,85 japanische Yen und 0,9564 Schweizer Franken festgelegt. Der Preis für die Feinunze Gold lag in London bei 3.039 Dollar, das waren rund acht Dollar weniger als am vorherigen Tag.

